Welt : "Die Staubfontäne ist charakteristisch"

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Der Berliner Meteoritenspezialist Professor Neukum äußert sich zu der spektakulären Aufnahmewez

In die Diskussion um das Foto eines möglichen Meteoriteneinschlags auf den Mond hat sich nun auch Professor Gerhard Neukum eingeschaltet. Neukum ist Direktor des Instituts für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Adlershof und an der Jupiter-Mission "Galileo" beteiligt. Der Wissenschaftler hält es für durchaus denkbar, dass die Aufnahme des Berliner Hobbyastronomen Thomas Hamann, dessen Foto der Tagesspiegel zuerst veröffentlichte, tatsächlich einen Meteoritenaufprall zeigt. "Die Form der Staub- und Gasfontäne ist ganz charakteristisch, so etwa kann das aussehen", sagte Neukum. "Man sieht den Einschlag deshalb so gut, weil er genau am noch beleuchteten Rand des Mondes erfolgte."

Laut Neukum ist es aber unwahrscheinlich, dass es noch weitere Zeugen des Einschlags geben könnte: "So ein Ereignis ist sehr selten, und der Effekt dauert nur Sekunden." Beim Aufprall eines Meteoriten würde ein Staub-Gas-Gemisch mit einer Geschwindigkeit von mehreren Kilometern pro Sekunde emporgeschleudert.

Nach einer Hochrechnung Neukums treffen jedes Jahr etwa drei Meteoriten mit einer Größe von einem Meter Durchmesser auf dem Mond auf, sie hinterlassen einen Krater von etwa 40 Metern. Kleinere "Projektile" mit einem Durchmesser von drei bis vier Zentimetern (Kratergröße etwa ein Meter) sind wesentlich häufiger: Neukum schätzt sie auf etwa 3000 pro Jahr. Der von dem Berliner beobachtete Einschlag dürfte nach Neukums Schätzung "in der Mitte liegen". Im Jahr 2004 soll ein japanischer Satellit den Mond erkunden und auch das fragliche Areal nach dem Einschlag absuchen.

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