Welt : Die Stimme Afrikas

Herbert Grönemeyer sammelt für den schwarzen Kontinent

Esther Kogelboom

Von Esther Kogelboom

Er ist Sänger, Schauspieler, Mensch und jetzt auch noch Zugpferd – Herbert Grönemeyer ist das Gesicht der neuen Kampagne „Gemeinsam für Afrika“, einem Zusammenschluss aus 26 Hilfsorganisationen. Ein Zugpferd, von dem diese sich viel versprechen: Die Deutschen sollen trotz Krise Geld locker machen, das zum Beispiel Ärzte ohne Grenzen, die Deutsche Welthungerhilfe, Misereor und Unicef dringend brauchen, um vor Ort helfen zu können.

„Es geht bei der Kampagne nicht um Mitleid, sondern um ein Zeichen der Solidarität, um zwischenmenschliche Hilfe und um direktes Handeln“, sagte Grönemeyer, der erst in der Nacht zum Mittwoch von einer Reise nach Zentralafrika zurückgekehrt ist. In Kongo und Ruanda hat Grönemeyer verschiedene Hilfsprojekte besichtigt, darunter eine Dreirad-Werkstatt in Kigali und medizinische Einrichtungen, die Klumpfüße und Augenkrankheiten behandeln. Grönemeyer zeigte sich begeistert von der Lebenskraft der Menschen in Zentralafrika: „Die Freundlichkeit der Menschen erschlägt einen. Ihr Lachen ist nicht unterwürfig, sondern stolz.“ Ruanda sei eines der schönsten Länder der Welt. Herbert Grönemeyer, laut eigener Aussage kein Afrika-Experte, hatte die fachmännische Unterstützung gleich mitgebracht, unter anderem den Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, Josef Sayer. Sayer gab der globalen Wirtschaftsordnung die Schuld für die Armut im südlichen Afrika. Gäbe es nicht die internationale Unterstützung für Warlords und Despoten, würde der friedliche Wandel in Afrika leichter fallen. Das durchschnittliche Einkommen liege in den Ländern des südlichen Afrikas deutlich unter der absoluten Armutsgrenze. Der in England lebende Grönemeyer ergänzte: „Man muss ganz sicher fragen, wie viel Instabilität der Länder von der westlichen Welt gefordert wird.“

Schirmherr der Kampagne „Gemeinsam für Afrika“ ist Bundespräsident Johannes Rau. Die Koordinatorin der Kampagne, Susanne Anger, betonte, das gesammelte Geld werde nach einem Spendenschlüssel auf die einzelnen Organisationen verteilt. Zehn Prozent der Einnahmen würden auf alle 26 Hilfsorganisationen zu gleichen Teilen verteilt, der Rest werde nach den Bedürfnissen der Organisationen ausgeschüttet. Das Geld soll in erster Linie verwendet werden für den Aufbau medizinischer Projekte, die Unterstützung von Aids-Waisen, Bildungseinrichtungen und zur psychischen Betreuung von traumatisierten ehemaligen Kindersoldaten.

Am 6. November gibt Herbert Grönemeyer gemeinsam mit den Fantastischen Vier und Massive Töne ein Benefizkonzert in Oberhausen. Danach sollen bundesweit Veranstaltungen auf die Spendenaktion aufmerksam machen.

Weitere Informationen unter www.gemeinsam-fuer-afrika.de . Spendenkonto: Kontonummer 400 400 bei der Diba-Bank, Bankleitzahl 500 105 17. Spendentelefonnummer: 01805/8008 (12 Cent/Minute).

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