• Die Tat der Kidnapper stellt die Polizei vor ein Rätsel - die Fahndung läuft europaweit

Welt : Die Tat der Kidnapper stellt die Polizei vor ein Rätsel - die Fahndung läuft europaweit

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Nach einer rätselhaften Entführung auf der Autobahn A 4 bei Eisenach hat die Polizei am Wochenende EU-weit nach den Tätern und ihrer Geisel gesucht. Auch am Sonntag gab es keine Spur von den Kidnappern und der 52-jährigen Frau aus Kassel.

"Es ist, als seien sie ins Nichts verschwunden. Wir sind auf jeden Hinweis angewiesen", sagte der Sprecher der Polizeidirektion Gotha, Detlef Kasch, der dpa am Sonntag. Zwei bewaffnete Unbekannte hatten das Wohnmobil eines Ehepaares am Freitagabend gestoppt. Sie raubten die Urlauber aus, zerrten die Frau in ihren Wagen und fuhren weiter in Richtung Dresden davon.

Nach den vermutlich aus Osteuropa stammenden Tätern wird seit Sonnabend EU-weit gefahndet. Auch die Behörden in Osteuropa wurden alarmiert. "Der heiße Draht zu den Kollegen nach Osteuropa ist hergestellt", sagte Kasch. Eine Lösegeldforderung sei noch nicht eingegangen. Die Täter hätten auch nicht versucht, mit der Polizei oder dem Ehemann in Kontakt zu treten.

Der Fall stellt die Fahnder vor ein Rätsel. Das Motiv der Täter, warum sie die Frau mitnahmen, ist unbekannt. Vielleicht wollten sie mit einer Geisel ihre Flucht sichern. Oder es ging ihnen gar nicht um das geraubte Geld, sondern um etwas anderes. Darüber könnte allenfalls der Ehemann etwas sagen. Bislang wurde von ihm kein möglicher Zusammenhang bekannt, der den Fall erhellen könnte.

Das Ehepaar aus Kassel war am Freitagabend auf einer Urlaubsfahrt "ins Blaue" mit dem Wohnmobil unterwegs. Gegen 22.30 Uhr wurden sie zwischen Wildeck-Hönebach und Gerstungen an der thüringisch- hessischen Landesgrenze von den Gangstern gezwungen, auf dem Seitenstreifen zu halten.

Mit Waffengewalt erpressten sie mehrere tausend Mark. Die zurzeit sommerlich gekleidete arbeitslose Frau wurde in den Wagen der Täter gezerrt, der dann in Richtung Dresden verschwand. "Sie sind beide mit Pistolen bewaffnet", warnte Kasch. Es gebe keine weiteren Zeugen.

Der 55 Jahre alte Ehemann brach mit einem Schock zusammen und musste zunächst ins Krankenhaus. Der Installateur konnte nach der Befragung durch die Polizei am Samstag nach Kassel zurückkehren. Eine genaue Täterbeschreibung konnte er auf Grund der Dunkelheit nicht geben, sagte Kasch. Die Polizei schloss aus, dass der Mann in die Entführung seiner Frau verwickelt sei. "Es gibt nach der Befragung keinerlei Anhaltspunkte", sagte Kasch am Sonntag.

Die Fahndung nach der dunklen Limousine der Kidnapper - vermutlich ein BMW oder ein ähnlich großes Fahrzeug - blieb trotz zahlreicher Hinweise erfolglos. "Große dunkle Autos sind am Wochenende auf den Straßen auch nichts Ungewöhnliches". Das Kennzeichen des Fahrzeuges soll eine weiße Schrift auf schwarzem Grund haben.

Die Polizei stellte sowohl die Autokontrollen als auch den Einsatz von Hubschraubern zunächst ein. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte für eine weitere Suche. Die Täter könnten sofort die nächste Autobahnabfahrt genommen und nach Osteuropa weitergefahren sein. Sie könnten auch das Kennzeichen oder das Fahrzeug gewechselt haben, sagte ein Sprecher. Zur Unterstützung der Fahndung hat das Landeskriminalamt Thüringen ein Foto der Frau ins Internet gestellt.Weiteres zu diesem Thema

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