Welt : Die Todesopfer

Sie kamen von überall her – Austauschstudentinnen, ein Jurist, eine Versicherungsmitarbeiterin

Angelo Conte

Die 20 Todesopfer sind alle identifiziert worden. Die ausländischen Opfer kommen aus Australien, den Niederlanden, Italien, Bosnien-Herzegowina und Spanien. Hinzu kommt eine Chinesin, die in Düsseldorf lebte. Die deutschen Opfer im Alter zwischen 18 und 38 Jahren stammen aus Gelsenkirchen, Münster, Castrop-Rauxel, Bad Oeynhausen, Bielefeld, Mainz, Lünen, Hamm, Bremen, Steinfurt und Osnabrück. Es handelt sich um zwölf Frauen und acht Männer. Nach Angaben eines Polizeisprechers in Duisburg stammen zwölf von ihnen aus Deutschland, die acht anderen aus dem Ausland. Über Personalien der Toten wollte sich die Duisburger Polizei nicht ausführlicher äußern. Verschiedenen Medienberichten zufolge war die Frau aus Gelsenkirchen 23 Jahre alt. Sie war in Duisburg mit Freunden unterwegs gewesen. Aus Düsseldorf kam ein 38-jähriger Jurist, der eine eigene Firma besaß. Von anderen deutschen Todesopfern kennt man bisher nur Alter und Herkunft. Aus Münster kam ein 21-jähriger Mann. Eine 22-jährige Frau kam aus Castrop-Rauxel. Sie war das letzte Opfer, das identifiziert wurde. Das Opfer aus Bad Oeynhausen ist ein 18-jähriger Mann, aus Bielefeld kam ebenfalls ein 18-Jähriger. Das Opfer aus Osnabrück ist ein 21 Jahre alter Mann.

Die Identität der meisten der aus dem Ausland stammenden Opfer ist in den jeweiligen Ländern bekannt gegeben worden. Aus der norditalienischen Stadt Brescia in der Lombardei kam die 21-jährige Giulia Minola. Die Modestudentin aus Mailand war mit einer Freundin auf Europareise gewesen. Sie waren zusammen bei der Loveparade, ihre Freundin Irina Di Vincenzo hat überlebt.

In Duisburg sind auch zwei junge Spanierinnen ums Leben gekommen. Es handelt sich um Clara Zapater und Marta Acosta, beide 22, die während ihres Erasmus-Aufenthalts in Münster Englisch und Psychologie studiert hatten. Die Loveparade sollte ihre Abschiedsparty für ihre deutschen Freunde sein. Die Universität Münster plant einen Gedenkgottesdienst für die beiden. Die Australierin Clancie Ridley aus Sydney, 27 Jahre alt, hatte gerade ihre dreimonatige Reise durch Europa begonnen, die sie seit zwei Jahren geplant hatte und für die sie ihre Stelle bei einer Versicherung gekündigt hatte. Aus den Niederlanden stammt Jan-Willem van Helsdingen, ein 22-jähriger Student aus Zwolle. Nach den Sommerferien wollte er sein Studium in Groningen anfangen.

Insgesamt 511 Menschen wurden nach letzten Angaben verletzt. Ein erhebliches Problem für die Polizei sind die Vermisstenanzeigen. 2367 Personen waren als vermisst gemeldet worden, der Verbleib von 1138 Personen konnte bisher nicht ermittelt werden. Offenbar haben zahlreiche Angehörige sich nicht bei der Polizei gemeldet, als die vermisste Person zurückkehrte. Die Polizei bittet um Mitteilung, wenn Vermisste zurückgekehrt sind. Dafür stehen die Rufnummer 0203/280-4125, oder die Endnummern 41 28 oder 45 26 zur Verfügung.

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