• Die türkische Regierung bedankt sich für die Hilfe, die sie brauchte, aber nicht wollte - in den Zeltstädten herrschen Chaos und Verzweiflung

Welt : Die türkische Regierung bedankt sich für die Hilfe, die sie brauchte, aber nicht wollte - in den Zeltstädten herrschen Chaos und Verzweiflung

Nach dem schweren Nachbeben in der Westtürkei haben Rettungsmannschaften am Dienstag weiter um das Leben von Verschütteten gekämpft. Mit Spezialgeräten konnten in der Nacht nach dem Beben bereits zwei Menschen lebend gerettet werden, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Mindestens vier Menschen werden noch unter den Trümmern eines Apartmentblocks in der Küstenstadt Golcuk vermutet. Nach unbestätigten Berichten hätten Retter Stimmen weiterer Verschütteter gehört. Bei dem Beben am Montag wurden bisher sechs Menschen tot geborgen. 422 Personen seien verletzt worden, hieß es.

Die türkische Regierung, die nach dem großen Beben vor einem Monat - 15 000 Menschen starben - aus nationalistischen Gründen und Ressentiments gegenüber Griechenland internationale Hilfe abgelehnt hatte, bedankte sich gestern für die später zugelassene Hilfe. In einem "Offenen Dankesbrief an die Bundesregierung und an das deutsche Volk" heißt es unter anderem: "Angesichts der schnellen Hilfe sowie den seelischen und materiellen Unterstützungen nach der Erdbebenkatastrophe ist das türkische Volk Ihnen gegenüber zu großem Dank verpflichtet. Wir werden diese großzügige humane Geste in unseren schwersten Stunden niemals vergessen."

Das neue Beben mit dem Epizentrum in Izmit erreichte die Stärke von 5,8 auf der Richter-Skala. Unterdessen demonstrierten Überlebende in Izmit gegen die unhaltbaren Zustände in der Zeltstadt. "Wir leben im Chaos", sagte Erol Altin, Sprecher der Demonstranten. Mehr als 600 000 Menschen sind obdachlos. Bei sinkenden Temperaturen wächst der Ärger der Überlebenden, die in Zelten leben, über die unzureichende Hilfe der Regierung.

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