Welt : Die Wolke erreicht Deutschland

Auswirkungen wie 2010 aber unwahrscheinlich

von
In dünner Konzentration verteilt sich die Aschewolke über Nordeuropa. Foto: Screenshot
In dünner Konzentration verteilt sich die Aschewolke über Nordeuropa. Foto: Screenshot

Die Aktivität des Vulkans Grímsvötn geht etwas zurück, dafür kommt seine große Aschewolke nun auch nach Deutschland. „In der Nacht zum Mittwoch wird die Aschewolke Deutschland erreichen“, sagte ein Sprecher der Wetterdienstes Mowis am Dienstag. Betroffen sei vor allem die norddeutsche Küstenregion. Für Bremen und Hamburg sprach die Deutsche Flugsicherung für Mittwochmorgen ein Flugverbot aus. Berlin und Hannover könnten ebenfalls betroffen sein. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sollte die Aschekonzentration im Norden, aber auch Berliner Raum vermutlich Werte von über 2,0 Milligramm je Kubikmeter Luft erreichen. Ab 2,0 Milligramm herrscht in Deutschland in den betroffenen Regionen Flugverbot. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte am Montag eine sogenannte Allgemeinverfügung in Kraft gesetzt, nach der ein Messwert von zwei Milligramm oder mehr zu einem grundsätzlichen Flugverbot führt, da Schäden an den Flugzeugen, insbesondere an den Triebwerken, nicht ausgeschlossen werden können. Der Deutsche Wetterdienst verwies bei seinen Prognosen für Deutschland auf aktuelle Berechnungen des Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) in London. Es handele sich allerdings um Modellrechnungen, hieß es. Die Grenzwerte sind in ganz Europa sehr uneinheitlich. Im britischen Luftraum wurden am Dienstag mehrere hundert Flüge gestrichen.

Die Lufthansa strich am bereits Dienstag zwei Flüge. Dabei handelte es sich um Verbindungen nach Edinburgh, sagte ein Lufthansa-Sprecher. „Wir behandeln das als Wetterphänomen“, sagte der Sprecher. „Wir sind bei weitem nicht in der Situation wie im vergangenen Jahr.“ 2010 saßen wegen der Aschewolke nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull auf europäischen Flughäfen zehn Millionen Reisende fest. Die Menge der Asche, die der Vulkan Grímsvötn ausspucke, sei größer als damals, sagte der Würzburger Geophysiker Bernd Zimanowski. Allerdings sei die Asche – weil der Ausbruch nahe eines Gletschersees stattgefunden habe – nasser. Dadurch regne sie früher ab. mit AFP/dpa/dapd

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben