Welt : Diplomaten auf Abwegen Hat die US-Regierung Sexskandale vertuscht?

Washington - Das US-Außenministerium soll nach amerikanischen Medienberichten eine Reihe von Sexskandalen verheimlicht haben, darunter einen um den amerikanischen Botschafter in Belgien. Wie die Fernsehsender CBS und CNN jetzt unter Berufung auf Protokolle des Ministeriums von 2012 berichteten, soll der Diplomat „regelmäßig seinen Personenschutz abgeschüttelt haben, um sich sexuelle Wünsche von Prostituierten und auch Minderjährigen erfüllen zu lassen“.

Der Diplomat sei zwar in der Zwischenzeit schon zur Befragung nach Washington beordert, jedoch im Amt belassen worden. Die Untersuchung sei abgewürgt worden, berichtet CBS. Nachdem Journalisten den betreffenden Diplomaten als den US-Botschafter in Belgien, Howard Gutman, ausgemacht hatten, meldete sich dieser inzwischen zu Wort: „Ich bin erbost und traurig, dass solch unerhörte Behauptungen in der Presse erschienen sind“, zitierte ihn das Magazin „Foreignpolicy.com“. „Vier Jahre lang stand ich in Belgien im Dienst. Das diese fantastische Zeit auf diese Art und Weise beschmutzt wird, macht mich krank. Noch nie habe ich solch ein unangemessenes Verhalten an den Tag gelegt.“

Den Medienberichten zufolge soll es noch eine Reihe weiterer vertuschter Skandale in Diplomatenkreisen um Sex und Drogen in der Amtszeit von Ex-Außenministerin Hillary Clinton gegeben haben. So heißt es etwa auch, ein Drogenring im Irak habe regelmäßig auch Sicherheitskräfte der US-Botschaft in Bagdad versorgt. Das amerikanische Außenministerium reagierte zunächst verhalten auf die Vorwürfe. „Wir nehmen jede Anschuldigung sehr ernst“, sagte Sprecherin Jen Psaki am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Zu den laufenden Ermittlungen wollte sie sich jedoch nicht äußern. dpa

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