Welt : Diplomatisch, mutig, schön

LONDON (AFP/Tsp).Der älteste Sohn von Prinzessin Diana, Prinz William, hat sich zu seinem 16.Geburstag, den er am heutigen Sonntag feiert, in der Gunst der britischen Medien sonnen können.Nahezu jedes erdenkliche Talent wurde dem jungen Mann in den zahlreichen Würdigungen zugesprochen.So soll er ein überragender Sportler und ein begabter Reiter sein.

Er brilliere beim Theaterspielen, sei mutig, kameradschaftlich und "schön wie ein Prinz".Einzig und allein beim Fußballspielen könne William nicht mit außergewöhnlichen Leistungen aufwarten.Störend emfinden es manche Biographen auch, daß der Prinz, der nach seinem Vater Prinz Charles rangmäßig der zweite Nachfolger für den britischen Thron ist, ein Linkshänder ist.

Aus Anlaß des Geburtstages durfte die britische Nachrichtenagentur Press Association vertrauliche Dokumente aus dem Königshaus über William auswerten.In der halboffiziellen Darstellung der Nachrichtenagentur heißt es, William könne sich schon sehr diplomatisch verhalten.Auf die schriftlich gestellte Frage etwa nach seiner Lieblings-Musikgruppe machte er keine konkreten Angaben.Bekannt ist allerdings, daß der Prinz auf Techno steht, aber auch auf klassische Kompositionen.Er hat Appetit auf Fast food und liebt Computerspiele, besitzt aber keinen eigenen PC.

Der Prinz gab diese Antworten unter Aufsicht des britischen Königshauses auf schriftlich eingereichte Fragen.

Im Kino bekommt ihm schwere Kost nicht allzu sehr, William sieht sich nämlich mit Vorliebe Actionfilme an.Noch nicht so sicher ist der Teenager im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht.Wie die "Times" berichtete, machte der scheue Teenager auch deutlich, daß er Probleme damit hat, von jungen Frauen angehimmelt zu werden.Er wolle kein "Pinup"-Prinz sein, betonte William.Bei seinem jüngsten Besuch in Kanada errötete der junge Mann sichtlich, als kreischende Mädchen nach ihm verlangten.

William hat vor kurzem seine Prüfungen an der renommierten Privatschule Eton absolviert und will dort die Fächer Geographie, Kunstgeschichte und Biologie belegen.

Prinz William will seinen 16.Geburtstag an diesem Sonntag - den ersten seit dem Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana - in aller Ruhe mit ein paar Freunden feiern.

Die Presse bescheinigte sich am Sonnabend selbst, daß sie in der Vergangenheit einem ungeschriebenen Verhaltenskodex gefolgt sei und keinen Versuch unternommen habe, in Williams Leben an der Schule einzudringen.Die Boulevardzeitung "Sun", die für umstrittene Methoden bekannt ist, versprach William am Sonnabend in einem Kommentar auch für die Zukunft: "Wir werden nicht in Ihre Privatsphäre eindringen."

Seit dem Unfalltod von Diana respektieren die britischen Medien tatsächlich weitgehend die Privatsphäre des jungen Mannes.Allerdings hatte William am Freitag, wie berichtet, erstmals die britische Pressekontrollkommission eingeschaltet, weil die Boulevardzeitung "Mail on Sunday" in einer Beilage Einzelheiten über seine Freundinnen preisgegeben und angedeutet hatte, sie würden von Mitgliedern des Königshofes "auf Herz und Nieren geprüft".Nur "standesgemäße" junge Frauen würden zum Tee mit Prinz William eingeladen.Nach Angaben von Palastsprecherin Sandy Henney kritisierte der Prinz insbesondere die Behauptung des Blattes, er taxiere junge Frauen und beauftrage dann seinen Privatsekretär, einige von ihnen zum Tee einzuladen."Wir fanden, daß diese Spekulationen seine Intimsphäre verletzt haben, indem Dinge gedruckt wurden, die unrichtig sind", sagte die Sprecherin.Die Zeitung erklärte, es werde keine Entschuldigung oder Richtigstellung erscheinen.Der Buckingham-Palast teilte am Sonnabend mit, William und die Boulevardzeitung hätten einen Streit über einen Artikel des Blattes "freundschaftlich beigelegt".

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