Diplomatisches Zwischenspiel : "Diesmal nur Wunderkerzen"

Mit einem Tweet wollte der britische Botschafter in Washington eines historischen Ereignisses gedenken: Vor 200 Jahren haben britische Truppen das Weiße Haus angezündet. Das fanden viele nicht witzig. Das US-Außenministerium allerdings schon.

Meistens friedlich: Der britische Premier David Cameron hat sich am Rande eines G-7-Treffens in Brüssel mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama getroffen, um die Special Relationship (die besondere Beziehung) der beiden Länder zu feiern. Dieser Beziehung kann auch kein spöttischer Tweet etwas anhaben.
Meistens friedlich: Der britische Premier David Cameron hat sich am Rande eines G-7-Treffens in Brüssel mit dem amerikanischen...Foto: picture-alliance/dpa

Die britische Botschaft in Washington hat sich nach einem spöttischem Tweet über die Inbrandsetzung des Weißen Hauses vor 200 Jahren durch britische Truppen bei der US-Regierung entschuldigt. Die Botschaft hatte auf Twitter das Foto eines Kuchens veröffentlicht, auf dem Wunderkerzen neben einem Modell vom Sitz des US-Präsidenten brennen. „Wir feiern das 200. Jubiläum vom Brand des Weißen Hauses“, war darüber zu lesen - in Anspielung auf das Feuer, das britischen Truppen 1814 gelegt hatten. „Diesmal nur Wunderkerzen!“, witzelten die Briten. Die Truppen hatten Washington damals belagert und mehrere Häuser in Brand gesetzt, darunter auch das Kapitol und den Amtssitz des damaligen Präsidenten James Madison. Soldaten sollen dort zuvor sogar noch gespeist haben.

Das US-Außenministerium reagierte diplomatisch: Nach 200 Jahren hätten sich die Beziehungen beider Länder von #ItsComplicated („Es ist kompliziert“) zu #SpecialRelationship („Besondere Beziehung) gewandelt, twitterte Sprecherin Marie Harf. So viel Humor hatten allerdings viele andere Twitter-Nutzer nicht.

Zwei Stunden und einige Tweets von verärgerten Nutzern später ruderte die britische Botschaft zurück: „Entschuldigung für den vorherigen Tweet. Wir wollten ein Ereignis der Geschichte markieren und unsere heute starke Freundschaft feiern“, hieß es. Zahlreiche Nutzer bemerkten, dass es wohl noch zu früh sei, um über einen 200 Jahre alten Krieg Witze zu machen. dpa/deh

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