DNA-Forschung : Gen des Tasmanischen Tigers zum Leben erweckt

Der Tasmanische Tiger ist seit Ende der 1930er-Jahre ausgestorben. Wissenschaftler haben eine sensationelle Entdeckung gemacht: Sie konnten das Gen des Tiers wieder zum Leben erwecken - in einer Maus.

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Vor über 70 Jahren ausgestorben: Der Tasmanische Tiger. -Foto: AFP

Sydney/San FranciscoAmerikanischen und australischen Forschern ist es geglückt, eine DNA-Probe des vor über siebzig Jahren ausgestorbenen Tasmanischen Tigers zu isolieren, und in einem Mäuse-Embryo zum Leben zu erwecken. Die Maus produziert mit Hilfe dieser Erbanlage nun Knorpel und Knochengewebe. Es sei das erste Mal, dass Erbmaterial von einer ausgestorbenen Art in einen anderen lebenden Organismus eingesetzt werde und dort wieder eine Funktion aufnehme, sagte Andrew Pask von der Universität Melbourne.

Allerdings sei es mit dieser Technik nicht möglich, ausgestorbene Tierarten ins Leben zurückzuholen. "Wir können untersuchen, wie ein Gen bei diesem Tier funktioniert - die meisten Tiere haben rund 30.000 Gene", schränkte der Wissenschaftler ein. Bei fortschreitender Technik werde es aber eines Tages hoffentlich möglich sein, Arten wiederzubeleben. Diese Entdeckung habe "ein riesiges Potenzial", sagte der US-Forscher Richard Behringer von der Universität Texas. Sie könne die Biomedizin voranbringen und zum besseren Verständnis der Biologie ausgestorbener Tiere beitragen.

Die DNA-Proben des Tasmanischen Tigers isolierten die Wissenschaftler aus konservierten Tieren, die vor etwa 100 Jahren lebten. Der Tasmanische Tiger ist auch als Tasmanischer Wolf und Beuteltiger bekannt. Das fleischfressende Tier ähnelte einem großen Hund und hatte Querstreifen am hinteren Teil des Körpers. Er wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Ausrottung gejagt; das letzte Exemplar starb 1939 in einem australischen Zoo. Seitdem gab es immer wieder Hinweise auf vereinzelt doch noch in Australien lebende Exemplare, die aber nie bewiesen werden konnten. (sgo/dpa/AFP)

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