Welt : Doch noch nicht getraut Carla Bruni dementiert Hochzeitsgerüchte

Rudolf Balmer[Paris]

Die von französischen Zeitungen verbreitete Meldung von der heimlichen Heirat zwischen Präsident Nicolas Sarkozy und der Sängerin Carla Bruni entsprach nicht (ganz) der Wahrheit. „Das ist unsere Vorhaben, aber wir sind noch nicht verheiratet“, stellte Bruni gegenüber Journalisten von „Libération“ richtig. Sie sei wegen dieser Gerüchte gezwungen gewesen, per Massenversand eine SMS an alle Verwandten, Freunde und Bekannten zu schicken, die sich beschwert hätten, weil sie zur vermeintlichen Trauung nicht eingeladen worden waren. Ein Datum für die offizielle Hochzeit nannte sie aber nicht.

Dagegen bestätigte sie, dass sie ihren Zukünftigen auf seiner Reise nach Indien am Freitag nicht begleiten werde. Traurig ist sie darüber nicht. Aus ihrer Karriere als Topmodel wisse sie nur zu gut, wie unangenehm und wie schädlich für ihre Gesundheit der Jetlag sei. Sarkozy dagegen ist dem Vernehmen nach ungehalten und wütend, weil er wie schon bei seiner Rundreise in der Golfregion wieder zwei Tage und Nächte ohne Carla verbringen muss. Dabei hatte er schon von romantischen Stunden und schönen Fotos vor dem Taj Mahal, einem Denkmal ewiger Liebe, geträumt. Die indischen Gastgeber waren jedoch unnachgiebig, da ihr Protokoll für eine Verlobte keinen Rang und Platz vorsieht.

Zusätzlichen Ärger beschert ihm die britische Zeitung „The Daily Mail“, die so indelikat war, nebst einem Nacktfoto seiner Verlobten auch ein Interview mit Carla Bruni auszugraben und auszugsweise zu veröffentlichen, das angeblich kurz vor ihrer Begegnung mit dem französischen Präsidenten stattfand. Darin äußert sich die zukünftige First Lady sehr abfällig über die Franzosen, die zudem im Gegensatz zu ihren italienischen Landsleuten immer schlechter Laune seien. Paris mit seiner Luftverschmutzung sei unerträglich, selbst im Vergleich mit London. Die Franzosen bezeichnet sie als „jämmerlich“: „Sie spinnen, wenn es um ihre Sprache geht, und immer wenn etwas nicht auf französisch ist, regen sie sich auf.“ Bei den Frankreich gegenüber sehr spöttischen Briten finden solche Sätze bestimmt Anklang. Etwas anderes ist das in Frankreich, dessen Staatschef um ihre Hand angehalten hat. Bislang fühle sie sich denn nicht als Französin, im Übrigen habe sie ihren italienischen Pass behalten. Aus demselben Grund habe sie im Mai auch nicht an den Präsidentschaftswahlen teilgenommen. Das alles wäre ja noch akzeptabel, doch Bruni geht so weit zu sagen, sie ziehe die italienische Gastronomie der französischen Cuisine vor – das grenzt nahezu an Landesverrat!

Auf die Frage, ob sie angesichts der Liste ihrer prominenten Ex-Partner generell reifere Liebhaber bevorzuge, antwortete sie: „Männer werden nie reif. Sie ändern sich nicht, sie verhalten sich in Beziehungen wie mit 20 und werden bloß älter, aber nicht stärker.“ Und zu den Kleinen meint sie, diese hätten oft Charakter und erwähnt als Beispiel Prince, Napoleon – und Sarkozy.

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