Dr. med. Eckart von Hirschhausen : Kleine Humorheilkunde - Folge 13

Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist, beschreibt in einer Serie im Tagesspiegel drei Wochen lang täglich an Beispielen, wie Humor funktioniert. Lesen Sie hier die Folge 13.

Dr. med. Eckart von Hirschhausen
Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist,
Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist,Foto: Frank Eidel

Zuerst der Witz:

Was passiert, wenn man einen Atheisten mit einem Zeugen Jehovas kreuzt? Jemand klingelt völlig sinnlos an Ihrer Tür.

Das Witzeschema der „Kreuzung“ ist vielfach verwendet worden, weil es so knapp wie nur möglich zwei Gegensätze aufbaut und mit der Antwort eine überraschende Wendung nimmt. Der Preis für die Verknappung ist immer die Menge an Vorwissen, das vorausgesetzt werden muss. Wer nie erlebt hat, wie er spontan an der Haustür mit zwei adrett gekleideten jungen Männern über Gott reden sollte, oder wer nicht weiß, was ein Atheist ist, wird wenig Freude an diesem Witz haben. Was aber nicht heißen soll, dass man den Witz vorher oder nachher erklärt. Eine der bitteren Botschaften für jeden Humorspender: Die Menschen lachen nicht über den Witz oder gar über den geistreichen Erzähler. Sie lachen über sich selber, und applaudieren sich insgeheim, dass sie clever genug waren, die Pointe zu verstehen. Der Erzähler kann nur eine Lunte legen. Zünden muss es beim Hörer. Manchmal spät. Manchmal gar nicht. Oder nur halb, wenn man die Lunte zu lange gerochen hat.

Der Autor ist Arzt, Kabarettist und Gründer der Stiftung „Humor hilft heilen“. Live-Termine unter: www.hirschhausen.com. Zurückliegende Folgen finden Sie unter www.tagesspiegel.de/humorheilkunde.

Hören Sie hier eine Hörprobe aus der Hirschhausen-CD „Ist das ein Witz“:

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Gott und Chirurg
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