Dr. med. Eckart von Hirschhausen : Kleine Humorheilkunde - Folge 14

Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist, beschreibt in einer Serie im Tagesspiegel drei Wochen lang täglich an Beispielen, wie Humor funktioniert. Lesen Sie hier die Folge 14.

Dr. med. Eckart von Hirschhausen
Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist,
Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist,Foto: Frank Eidel

Zuerst der Witz:

Am Touristenstrand von Goa in Indien bietet ein Wunderheiler seine Dienste an: „Wem kann ich Gutes tun, kostenfrei, ich habe heilende Hände!“ Der Engländer meldet sich wegen seiner entzündeten Haut. Der Heiler legt nur kurz die Hände auf und ZACK – ist die Haut wieder wunderbar neu. Der Franzose bittet um Hilfe für seine Bauchschmerzen. Der Heiler legt kurz die Hände über ihn und ZACK – sind die Schmerzen verschwunden. Der Deutsche sieht, wie dem Engländer und Franzosen geschehen, und schreit den Heiler an: „Hau bloß ab mit deinen Händen – ich bin noch sechs Wochen krankgeschrieben!“

Ein Hypochonder ist einer, dem es nicht gut geht, wenn es ihm gut geht. Dieses Paradox steckt in vielen psychosomatischen Erkrankungen: Aus seelischer Not entstehen körperliche Beschwerden, die sich bisweilen verselbstständigen und selber zum Lebensinhalt werden. Ein bis heute für mich ungelöstes Rätsel: Wenn wir alle so große Selbstheilungskräfte durch die Aktivierung positiver Gedanken haben, warum nutzen sehr viel mehr Menschen diese Verbindung vom Geist zum Körper nicht für, sondern gegen sich? Wenn wir jedem zu jedem Anlass „Gesundheit“ wünschen und es immer zum höchsten Gut erklären, warum verhält sich kaum jemand danach? Gut, dass man Paradoxien im Witz nicht auflösen muss.

Der Autor ist Arzt, Kabarettist und Gründer der Stiftung „Humor hilft heilen“. Live-Termine unter: www.hirschhausen.com. Zurückliegende Folgen finden Sie unter www.tagesspiegel.de/humorheilkunde.

Hören Sie hier eine Hörprobe aus der Hirschhausen-CD „Ist das ein Witz“:

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