"Dream Mosambik" : Wider die Todesspirale

Die in Rom gegründete katholische Gemeinschaft Sant’Egidio unterstützt mit dem Projekt "Dream Mosambik" HIV-infizierte Mütter und ihre Babys in Afrika.

Markus Schönherr
Ausgewogene Mahlzeiten zu bieten ist eine wichtige Aufgabe von „Dream“, medizinische Betreuung eine weitere.
Ausgewogene Mahlzeiten zu bieten ist eine wichtige Aufgabe von „Dream“, medizinische Betreuung eine weitere.Foto: Deutsche Aids-Stiftung

Der Vater hat Aids, und die Mutter ist HIV-positiv – für Mosambiks Kinder bedeutete dies bis vor kurzem ein Todesurteil, noch bevor sie geboren waren. Ohne medizinische Betreuung infiziert die Mutter ihr Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent. „Dream Mosambik“ hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Todesspirale zu durchbrechen. 2300 Kinder haben die Helfer in den letzten drei Jahren zur Welt gebracht – 25 davon hatten Aids.

Dream (Drug Resources Enhancement against Aids and Malnutrition) ist ein Therapieprogramm der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio. In Mosambik kämpft der in Rom gegründete Orden seit 2002 gegen die Folgen des Bürgerkriegs: 16 Jahre lang hatten die politischen Rivalen einen blutigen Konflikt ausgefochten, dabei war es gerade die wirtschaftliche und soziale Isolation des Kriegs, die einen Ausbruch des HI-Virus verhinderte.

Als der Krieg 1992 endete und tausende Flüchtlinge aus den Nachbarländern zurückkehrten, erfasste das tödliche Virus bald 1,6 Millionen Mosambikaner – rund zehn Prozent der Bevölkerung.

Die Auswirkungen waren für das Land katastrophal. Nicht nur die Armut wuchs rasant, auch die Wirtschaft brach vielerorts zusammen, und aus Lehrermangel ging nur noch ein Drittel der Kinder zur Schule. Für Dream ist es deshalb entscheidend, Aids an allen Fronten zu bekämpfen: Gesundheitsaufklärung gehört ebenso zum Programm wie die Ausgabe ausgewogener Mahlzeiten und die Verteilung antiretroviraler Medikamente. Schlecht ernährte Patienten, weiß man bei Dream, sind anfälliger für gefährliche Viren und haben eine wesentlich höhere Todesrate.

Das Herzstück der Organisation sind ihre rund 100 Gesundheitsarbeiter, oder Activstas. Meist selbst mit HIV infiziert, betreuen sie auf freiwilliger Basis die Patienten in den lokalen Kliniken. Ihr Einsatz beeindruckte sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO): „Um die Herausforderungen einer effektiven HIV-Behandlung zu bewältigen, braucht es einen umfassenden und nachhaltigen Ansatz. Dream steht für ein solches Modell.“ Markus Schönherr

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