Welt : Drei Girls und ein unempfindlicher Terrorist

James Bond hetzt zum 19. Mal über die Leinwand und siegt mit "Die Welt ist nicht genug" an den Kino-Kassen

Geheimagent James Bond siegt in seinem neuesten Film nicht nur wie gewohnt über seine Leinwandrivalen, sondern auch an den Kino-Kassen. Der Streifen "Die Welt ist nicht genug" mit Pierce Brosnan in der Rolle des 007 spielte nach vorläufigen Schätzungen an seinem ersten Wochenende in den USA umgerechnet rund 70 Millionen Mark ein. Das wäre der größte Erfolg, den James Bond seit seinem Leinwanddebut im Jahr 1962 eingespielt hat und der größte Erfolg für einen Film von Metro Goldwyn Meyer.

Zum 19. Mal in 36 Jahren rettet der berühmteste und einträglichste Geheimagent der Kino-Geschichte die Welt. In "Die Welt ist nicht genug" kämpft Pierce Brosnan als Agent ihrer Majestät zu Lande, auf dem Wasser, im Schnee, im Innern einer Pipeline und in einem U-Boot um die Vorherrschaft bei der weltweiten Erdölversorgung. Der neue James Bond startete am Freitag in den USA, in Deutschland läuft er am 9. Dezember an. Höhepunkt ist nach Angaben der Vermarkter eine Verfolgungsjagd mit Schnellbooten auf der Themse.

James Bond kam zum ersten Mal 1963 mit "Dr. No" in die Kinos - damals noch verkörpert von Sean Connery. Seither hat sich 007 an veränderte Sitten und das Ende des Kalten Krieges angepasst. Er hörte mit dem Rauchen auf, frönt aber nach wie vor zwei anderen Lastern: "Martini, aber in Maßen, und Frauen". Insgesamt schätzt das Studio Metro Goldwyn Meyer (MGM), dass sich bereits mehr als zwei Milliarden Menschen die Abenteuer des Geheimagenten in den Kinos angesehen haben. Das entspräche ungefähr einem Drittel der Weltbevölkerung.

Brosnan verkörpert nach "Der Morgen stirbt nie" und "Goldeneye" bereits das dritte Mal die Rolle von 007. Sein Gegenspieler ist diesmal ein schmerzunempfindlicher internationaler Terrorist namens Renard, dargestellt von Robert Carlyle. Als "Bond-Girls" treten die Französin Sophie Marceau, die Italienerin Maria Grazia Cucinotta und die Amerikanerin Denise Richards auf. Der deutsche Schauspieler Claude-Oliver Rudolph spielt einen russischen Oberst, der auf die schiefe Bahn gerät. Bonds Mission führt ihn von Bilbao über London nach Kasachstan und von dort nach Istanbul.

Im vergangenen Monat klickten mehr als 20 Millionen Besucher in sechs Sprachen die Internetseite jamesbond.com an, die sich vor allem dem Film "Die Welt ist nicht genug", aber auch früheren Abenteuern von 007 widmet. Insgesamt hat MGM mit James Bond über die Jahre schon Einnahmen von umgerechnet gut 5,6 Milliarden Mark erzielt. Die Filme sind damit die profitabelste Serie in der Hollywood-Geschichte.

Für das Studio, das die Exklusivrechte für "James Bond" besitzt, bedeutete die Marke jahrelang eine Einnahmegarantie, die entschieden verteidigt werden musste. Als Sony 1997 Interesse bekundete, James Bond-Filme zu drehen, strengte MGM sofort einen Prozess an. Die Meinungsverschiedenheit wurde schließlich gütlich beigelegt, zum Vorteil von MGM. Sony verzichtete auf alle Rechte, und MGM erwarb die Rechte an "Casino Royale", dem einzigen Abenteuer von 007, das der Gesellschaft fehlte.

Mit "Die Welt ist nicht genug" zielt MGM auf ein jüngeres Publikum als bisher. Die Filmmusik wurde von der Rockgruppe Garbage eingespielt und vom Jugend-Musiksender MTV bereits einige Tage vor dem US-Kinostart veröffentlicht. Auch für die Zukunft ist die Rückkehr von 007 auf die Leinwände sicher gestellt. Denn der Vertrag mit Pierce Brosnan sieht vor, dass er auch einen vierten James Bond drehen muß. Der könnte allerdings sein letzter sein, vielleicht, weil ihm das leben als Geheimagent einfach zu riskant ist: "Ich werde einen vierten machen", erklärte er der "Los Angeles Times". Aber "mit Film Nummer 20 würde ich im Jahr 2002 gerne Schluss machen.

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