• Drei Jahre nach Loveparade-Katastrophe: Erstmals Polizei-Funksprüche des Einsatzes veröffentlicht

Drei Jahre nach Loveparade-Katastrophe : Erstmals Polizei-Funksprüche des Einsatzes veröffentlicht

21 Menschen kamen bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg ums Leben. Nun veröffentlichte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ die Polizei-Funksprüche während des Einsatzes.

Loveparade-Unglück: Eine Sonnenblume hängt an einem Denkmal an der Unglücksstelle auf dem ehemaligen Loveparade-Gelände.
Loveparade-Unglück: Eine Sonnenblume hängt an einem Denkmal an der Unglücksstelle auf dem ehemaligen Loveparade-Gelände.Foto: dpa

Drei Jahre nach der Loveparade-Katastrophe hat die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) die Polizei-Funksprüche während des Einsatzes veröffentlicht.

Damit lasse sich „erstmals detailliert darstellen, wie die Sicherheitsbehörden überfordert in die Katastrophe getrieben wurden“, schreibt die WAZ in ihrer Samstagsausgabe dazu. Bei einer Massenpanik am 24. Juli 2010 waren 21 Menschen getötet und etwa 500 verletzt worden.

Die Polizei, die Stadt Duisburg und der Veranstalter Lopavent sehen sich seit langem Vorwürfen ausgesetzt, sie hätten das Ereignis mangelhaft vorbereitet und dann unzureichend auf den tumultartigen Andrang der Besuchermassen reagiert. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen 15 Beschuldigte, hat aber noch nicht über eine Anklageerhebung entschieden. Die Veröffentlichung in der WAZ wollte ein Sprecher der Behörde am Samstag nicht kommentieren.

Die veröffentlichten Auszüge verdeutlichen die schon vorher kritisierten Probleme bei dem Einsatz. Die Funksprüche seien so ausgesucht worden, dass sie den Verlauf der Katastrophe am besten abbilden, erläuterte der Leiter der WAZ-Rechercheredaktion, David Schraven. Deshalb seien auch Abschriften von Telefonkonferenzen der Führungsstellen sowie Protokolle von Zeugenaussagen hinzugefügt worden. So werde nachvollziehbar, wie chaotisch der Ablauf und wie hilflos die eingesetzten Kräfte gewesen seien. Das gesamte Material liegt laut Schraven auch Polizei und Staatsanwaltschaft vor. (dpa)

Die Loveparade und ihre Folgen
Gegen 16 Personen wird wegen des Loveparade-Unglücks ermittelt. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist nicht darunter.Weitere Bilder anzeigen
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18.01.2011 16:42Gegen 16 Personen wird wegen des Loveparade-Unglücks ermittelt. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist nicht darunter.

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