Welt : Dresden: Schwerste Krawalle seit der Einheit

Bei den schwersten Krawallen in Dresden seit der Wiedervereinigung 1990 sind am Wochenende mehrere Menschen verletzt und ganze Straßenzüge zum Teil verwüstet worden. Nach Polizeiangaben hatten sich die Auseinandersetzungen nach einem Punk-Konzert während eines Stadtteilfestes entzündet. Jugendliche, die in der Nacht zum Sonntag eine Verlängerung des Konzertes wünschten, errichteten Barrikaden und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Bei den bis zum frühen Montagmorgen dauernden Auseinandersetzungen wurden 18 Beamte zum Teil schwer verletzt. Auf Seiten der Randalierer habe es mindestens fünf Verletzte gegeben. Bereits in der Vergangenheit war es in dem Stadtteil Neustadt zu Auseinandersetzungen gekommen.

24 Randalierer wurden vorläufig festgenommen, sagte ein Polizeisprecher. Weitere knapp 40 seien vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden. Gegen sie werde unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt. Das genaue Ausmaß der angerichteten Schäden in mehreren Straßenzügen war am Montag noch unklar.

Der Dresdner Polizeichef Siegfried Wolf sagte, die Polizei sei von der Gewaltbereitschaft und der Zahl der Störer überrascht worden. Bei den Randalierern habe es sich um Punks und Autonome von außerhalb und aus Dresden gehandelt. Offenbar seien auch Hooligans aus Berlin angereist. Die Polizei vermutete einen Zusammenhang mit den massiven Ausschreitungen zwischen Globalisierungsgegnern und Polizei am Freitag am Rande des Gipfels der Europäischen Union in Göteborg. An einer Häuserwand sei der Schriftzug entdeckt worden: "Dresden grüßt Göteborg." Handgeschriebene Zettel gleichen Inhalts seien bei mehreren Festgenommenen gefunden worden.

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