Drogen : ''Spice'' wird verboten

Die bislang legale Modedroge "Spice" ist nach Einschätzung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung gefährlich. Noch im Januar soll die Mischung verboten werden.

Die bisher legale Modedroge Spice wird verboten. Bis Ende Januar soll Spice im Eilverfahren unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt und damit die Herstellung, der Handel sowie der Besitz des Mittels verboten werden, teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), am Dienstag in Berlin mit. Bätzing begründete dies damit, dass inzwischen durch neue Untersuchungen neben einer Vielzahl teilweise unbekannter Kräuter in Spice auch ein synthetischer Stoff mit dem Namen JWH-018 nachgewiesen werden konnte.

„Nun ist bestätigt, dass diese Modedroge keine harmlose Kräutermischung für den Raumduft ist, wie es der Hersteller glauben machen wollte“, teilte Bätzing am Dienstag mit. Diese Einschätzung werde von Bundesgesundheits ministerin Ulla Schmidt geteilt, hieß es.

Spice hat nach den Angaben des Büros der Drogenbeauftragten eine vier Mal so starke Wirkung wie Cannabis. Der Konsum kann zu Gesundheitsgefährdungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Halluzinationen führen. „Wer diese Subs tanz konsumiert, gefährdet seine Gesundheit“, erklärte Bätzing. Bereits seit einigen Wochen hatte sie das in der Schweiz schon seit dem vergangenen Jahr verbotene Spice beobachten lassen. Doch erst durch den Nachweis von JWH-018, der in Labors in Österreich und Frankfurt gelang, war der Weg für das rasche Verbot frei. Auch Österreich hat vor zwei Wochen die Kräutermischungen verboten, darunter die beliebte Sorte „Highdi’s Almdröhner“.

In Berlin waren die Mischungen in sogenannten Headshops verkauft worden – also Läden, die mit legalem Zubehör zum Kiffen handeln. Die auf den Packungen genannten Zutaten wie Helmkraut, Meeresbohne und Indischer Lotus klingen unverfänglich und sind für sich nicht gesundheitsschädlich. Der synthetische Stoff JWH-018 war in solch geringen Mengen beigemischt, dass er nicht angegeben werden musste.

Offen bleibt, ob das Verbot dauerhaft wirkt. Im November hatte der Besitzer eines Headshops, wie berichtet, bereits prophezeit, dass im Falle eines Verbots schnell neue Produkte auf den Markt kommen werden. (sel/AFP)

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