Welt : Drogenbaron an die USA ausgeliefert

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Bogotá Einer der einst mächtigsten kolumbianischen Drogenbarone, Gilberto Rodríguez Orejuela, ist an die USA ausgeliefert worden. Der 65-jährige frühere Chef des Drogenkartells der kolumbianischen Großstadt Cali wurde am Freitag auf dem Flughafen der Hauptstadt Bogotá Beamten der US-Drogenpolizei DEA übergeben. Sie flogen mit ihm umgehend in den US-Bundesstaat Florida, wo er wegen Drogenschmuggels vor Gericht gestellt werden soll.

Die Auslieferung gilt als größter Erfolg der USA im Antidrogenkampf seit der Tötung von Orejuelas Konkurrenten Pablo Escobar vom Medellín-Kartell durch die Polizei vor genau elf Jahren. Orejuelas Bruder Miguel Rodriguez sitzt ebenfalls im Gefängnis und auch ihm droht die Auslieferung an die USA. Der dritte ehemalige Chef des bereits Mitte der 90er Jahre zerschlagenen Cali-Kartells, Helmer Herrera, war 1998 im Gefängnis von einem Killer erschossen worden. Das Kartell kontrollierte einmal etwa 80 Prozent der in Nordamerika konsumierten Drogen.

Ein Großteil des umgesetzten Geldes in Höhe mehrerer Milliarden Dollar floss nach Cali zurück: Die Mafia finanzierte Fußballvereine, baute Luxusappartements und investierte in Landgüter. Damit sorgte sie damals in der Region für spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung und sinkende Arbeitslosigkeit. dpa

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