Drogendelikte : Olympiasieger flieht bei Urteilsverkündung

Der ehemalige ungarische Ringer und Olympiasieger hatte wohl Angst vor den Konsequenzen: Beim Richterspruch eines Verfahrens gegen ihn wegen Drogenanbaus floh Peter Farkas aus dem Gerichtssaal. Trotzdem muss er fünf Jahre hinter Gitter.

BudapestDer wegen schwerer Drogendelikte angeklagte ungarische Olympiagoldmedaillen-Gewinner im Ringen, Peter Farkas, ist am Montag während der Urteilsverkündung geflohen. Der Ex-Sportler verschwand aus dem von Polizisten bewachten Gerichtssaal, als die Richterin bei der Verlesung der mehrstündigen Urteilsbegründung eine Pause einlegte. Farkas erhielt fünf Jahre Zuchthaus für den Anbau großer Mengen Marihuanas im Keller des Hauses seiner Mutter, berichtete der ungarische Rundfunk.

Kurz zuvor war bereits sein mitangeklagter Bruder Karoly aus dem Gerichtssaal verschwunden. Er hatte während der Urteilsverkündung Übelkeit vorgetäuscht und sich angesichts des drohenden Richterspruchs abgesetzt. Ihn verurteilte das Gericht zu sieben Jahren Zuchthaus. Das Gericht ordnete die unverzügliche Festnahme der beiden an.

Farkas hatte bei der Olympiade 1992 in Barcelona für Ungarn Gold im griechisch-römischen Ringen (Mittelklasse) geholt. Nach Beendigung seiner sportlichen Karriere geriet er jedoch zusammen mit seinem Bruder auf die schiefe Bahn. 2004 war er festgenommen worden, als die Polizei im Keller des Familienhauses auf tausende Marihuana-Pflanzen gestoßen war. Der Fall hatte damals als einer der größten Marihuana- Funde in Ungarn gegolten. (nal/dpa)

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