Drogenhandel : Ein Kokain-Geschäft für die ganze Familie

Ermittler am Frankfurter Flughafen haben ein erstaunliches kriminelles Familiengeschäft aufgedeckt. Neben einem 47 Jahre alten Haupttäter nahmen die Beamten eine dreiköpfige Familie unter dem Verdacht des schweren Drogenhandels fest. Es wurden elf Kilogramm Kokain sichergestellt.

Frankfurt/MainDie Verhaftung der vier Verdächtigen erfolgte bereits am 9. Mai, wie jetzt bekannt wurde. Der Drahtzieher der Geschäfte sowie ein 52-jähriger Familienvater, seine 49-jährige Ehefrau und ihr 22-jähriger Sohn legten Geständnisse ab und wurden bis auf die Mutter in Untersuchungshaft genommen. Im Besitz des Haupttäters und in der Familienwohnung fanden die Ermittler mehr als elf Kilogramm Kokain und rund 57.000 Euro Bargeld.

Der am Flughafen beschäftigte Vater soll mit dem Wissen seiner Frau die Drogen in die heimische Wohnung geschmuggelt und dort aufbewahrt haben. Der Sohn sei für den lokalen Weiterverkauf zuständig gewesen.

Der Hauptverdächtige hat den Ermittlungen zufolge Großabnehmer in Deutschland und der Schweiz beliefert. Der 47-Jährige Drahtzieher habe auch die Kontakte zu den Drogenlieferanten in Kolumbien gehalten und die Übernahme der Drogen im Sicherheitsbereich des Flughafens organisiert. Dort hatte der 52 Jahre alte Familienvater als Beschäftigter ungehinderten Zutritt. Er soll die Kokainblöcke in den Packtaschen seines Fahrrads vom Flughafengelände geschmuggelt haben.

57 Kilogramm in acht Monaten

Für den Transport und die Lagerung in seiner Privatwohnung im nahen Raunheim habe der Deutsche pro Kilogramm 1300 Euro erhalten. Seit Oktober 2007 soll die Bande auf diese Weise weitere 57 Kilogramm Kokain aus Südamerika eingeschmuggelt haben.

Die Polizei begründete die späte Information der Öffentlichkeit mit Ermittlungen gegen weitere Hinterleute, die noch nicht abgeschlossen seien. (cp/dpa)

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