Drogenkrieg in Mexiko : Anführer des mächtigen Golf-Kartells festgenommen

Im Nordosten von Mexiko ist den örtlichen Behörden ein Schlag gegen das berüchtigte Golf-Kartell gelungen. Einer der Anführer, der Drogenboss Juan Manuel Rodríguez García, wurde festgenommen.

Mexikanische Soldaten in einem ausfindig gemachten Drogen-Labor.
Mexikanische Soldaten in einem ausfindig gemachten Drogen-Labor.Foto: dpa

Die mexikanischen Behörden haben einen der berüchtigsten Drogenbosse des Landes festgenommen. Juan Manuel Rodríguez García, einer der Anführer des mächtigen Golf-Kartells, ging den Sicherheitskräften am Sonntag (Ortszeit) im Nordosten des Landes ins Netz, wie der mexikanische Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido auf einer Pressekonferenz mitteilte. Demnach hielt sich Rodríguez García mit seiner Frau und seinen Kindern in der Stadt San Pedro Garza García im Bundesstaat Nuevo Leon auf. Er habe sich dort in gemieteten Hotelzimmern versteckt.

Der 39-Jährige war nach der Festnahme von Kartell-Chef Mario Armando Ramírez Treviño im August 2013 kurz davor, Hauptanführer der Gruppe zu werden. Nach Angaben Rubidos war Rodriguez García allerdings innerhalb des Golf-Kartells umstritten, es habe einen Machtkampf um die Nachfolge von Ramírez Treviño gegeben. Das Golf-Kartell dominierte jahrelang das organisierte Verbrechen an der mexikanischen Golfküste, doch der erbitterte Machtkampf mit dem paramilitärischen Kartell Los Zetas hat die Gruppe geschwächt.

Rubido machte Rodríguez García verantwortlich für "den Transfer von Drogen, Geld und Waffen" vom mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas in den US-Bundesstaat Texas. Zudem habe er "Massenentführungen von Einwanderern ohne Aufenthaltspapiere" angeordnet, "die unter Morddrohungen für die Gruppe arbeiten mussten". Im August 2010 hatten Mitglieder von Los Zetas 72 Migranten aus Zentral- und Südamerika auf einer Ranch in Tamaulipas hingerichtet, weil sie nicht für Los Zetas arbeiten wollten.

Im mexikanischen Drogenkrieg sind die Bundesstaaten an der Grenze zu den USA besonders von blutigen Racheakten der Banden geprägt. In Tamaulipas wurden allein seit Anfang April mehr als hundert Menschen im Zusammenhang mit dem Kampf um die Kontrolle des Drogenhandels getötet. (afp)

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