Welt : Düsentrieb der Luftfahrt

Der Luftfahrtpionier Ludwig Bölkow, Vater des Airbus, ist tot

Rainer W. During

Im Alter von 91 Jahren ist in Grünwald bei München der Luftfahrtpionier Ludwig Bölkow gestorben. Aus einem kleinen Ingenieurbüro mit elf Angestellten hatte er die Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB) gemacht, die bis zu seinem Ausscheiden 1977 mit rund 24 000 Mitarbeitern zu einem führenden Unternehmen auf dem Weltmarkt wurde. Die Luftfahrt war Bölkow bereits in die Wiege gelegt worden, als er 1912 im mecklenburgischen Schwerin das Licht der Welt erblickte. Vater Ludwig arbeitete im Werk des Flugzeugbauers Anthony Fokker. So absolvierte der begeisterte Segelflieger nach dem Schulabschluss Praktika im Warnemünder Flugzeugwerk von Ernst Heinkel sowie bei den Deutschen Industrie-Werken in Berlin-Spandau, bevor er sich zum Studium des Maschinen- und Flugzeugbaus an der Technischen Hochschule in Charlottenburg einschrieb. Seine Diplomarbeit wurde der Entwurf eines viermotorigen Transatlantik-Postflugzeugs.

1939 trat das Nachwuchstalent in die Dienste des Flugzeugkonstrukteurs Willy Messerschmitt. Hier war er unter anderem an der Entwicklung von Tragflächen und Leitwerk des ersten Düsenjägers Me 262 beteiligt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er ein Ingenieurbüro, entwickelte weitere Flugzeuge und legte den Grundstein zu einem großen deutschen Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungskonzern. 1968 erfolgte der Zusammenschluss mit Messerschmitt, aus dem dann die Messerschmitt-Bölkow- Blohm GmbH (MBB) entstand. Das Unternehmen bildete den Grundstock für Daimler-Chrysler-Aerospace und schließlich den europäischen Konzern EADS.

Ludwig Bölkow gilt auch als einer der Väter des Airbus, ließ EADS gestern verlauten. Er war am Bau des Experimental-Senkrechtstarters VJ 101 ebenso beteiligt wie an der Entwicklung der Europa-Rakete Ariane. Bölkow befasste sich auch mit Satelliten, Fahrzeugtechnik, Hochleistungsschnellbahnen, Nahverkehrssystemen und mit grundlegenden Arbeiten zum Transrapid.

Ende 1977 schied Bölkow aus der MBB-Geschäftsführung aus. Er widmete sich aber weiter Langfristuntersuchungen der Solar- und Wasserstoffenergie-Technik sowie anderer umweltfreundlicher Technologien, seit 1983 vor allem im Rahmen der Ludwig-Bölkow-Stiftung.

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