Duisburger Mafia-Mord : Fahnder haben eine heiße Spur

Mehr als ein halbes Jahr nach den sechs Mafiamorden in Duisburg haben die Ermittler einen zweiten verdächtigen Auftragsmörder im Visier. Unterdessen schwelt die Fehde verfeindeter Clans in Kalabrien weiter.

BrüsselEiner der beiden Täter von Duisburg konnte schnell identifiziert werden. Bei dem nun identifizierten mutmaßlichen Mittäter handelt es sich um den Schwager des hauptverdächtigen Giovanni Strangio, den 44 Jahre alten Giuseppe Nirta. Einen entsprechenden Bericht des Magazins "Focus" bestätigt die Duisburger Staatsanwaltschaft. "Es spricht etwas dafür, dass er tatverdächtig ist", sagte der Sprecher der Behörde, Detlef Nowotsch. Um sicher zu gehen, benötigen die Duisburger Ermittler einen Abgleich mit DNA-Material von Verwandten in Italien. Ein Rechtshilfeersuchen ist beantragt.

Fingerabdrücke, die zu Nirta passen sollen, wurden in einer konspirativen Wohnung von Strangio in Düsseldorf gefunden. Außerdem könnten Spuren aus dem Fluchtauto, das im Oktober in Belgien entdeckt wurde, zu ihm passen. Nirta wird von den italienischen Behörden bereits mit internationalem Haftbefehl wegen Drogengeschäften und Zugehörigkeit zur Mafia gesucht.

Die Fehde schwelt in Kalabrien vor sich hin

Am 15. August 2007 waren vor einer Pizzeria in der Duisburger Innenstadt sechs italienische Mitglieder des Vottari-Pelle-Romeo-Clans mit Kopfschüssen getötet worden. Die Toten waren allesamt Männer und zwischen 16 und 39 Jahren alt. Das Mordkommando soll aus zwei Männern bestanden haben. Hintergrund der Bluttaten ist ein seit Jahren tobender Kampf zwischen den beiden rivalisierenden Familienclans Nirta-Strangio und Vottari-Pelle-Romeo, der im Gebiet Kalabriens bereits mehrere Tote gefordert hat. Höhepunkt war Weihnachten 2006 der Mord an der Ehefrau eines Clanchefs der Nirta-Strangios. Der Sohn wurde dabei verletzt.

Nach Erkenntnissen der italienischen Ermittler haben die Bosse der verfeindeten Mafia-Familien in San Luca, das als Hochburg der kalabrischen Mafia gilt, inzwischen einen "Waffenstillstand" durchgesetzt. Dieser sei Mitte September auf einem Clan-Gipfel ausgerufen worden, um sich wieder kriminellen Geschäften wie dem Drogenhandel zuwenden zu können. (ml/dpa)

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