Ehefrau vergast : Der Mörder wollte der Chef sein

Ein Mann, der seine Frau mit Hilfe von Autoabgasen getötet hat, ist in Heilbronn zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Dank des kriminalistischen Spürsinns der Ermittler konnte der fast "perfekte Mord" dem 64-Jährigen nachgewiesen werden.

HeilbronnWeil er seine Ehefrau mit Autoabgasen vergiftet hat, muss ein 64-jähriger Taxiunternehmer lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Heilbronn sah es am Dienstag in seinem Urteil als erwiesen an, dass der Mann im Februar 2007 seine Frau betäubt und dann in ein Auto mit laufendem Motor gesetzt hatte, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Die 59-Jährige starb an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

"Der Taxiunternehmer konnte es nicht ertragen, dass seine Frau sich scheiden lassen wollte und er abgewiesen wurde. Er wollte Chef sein und seine Frau beherrschen", sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

Die Ermittlungsbeamten vereitelten den "perfekten Mord"

Den Ludwigsburger Ermittlungsbeamten sei es zu verdanken, dass es nicht zu einem "perfekten Mord" gekommen sei, so der Richter. Der angeklagte Mann habe versucht, sich eine Alibikette aufzubauen, schon zu einer Zeit, als die Frau noch gelebt habe. Die Frau habe sich scheiden lassen wollen. "Sie hatte sich richtig auf ihre neue Freiheit gefreut", sagte der Richter.

Anhand von Zeugenaussagen und Gutachten habe man die Aussagen des Taxiunternehmers widerlegen können. "Auch auf einen Zeugenaufruf der Verteidigung über Zeitungsanzeigen hat sich niemand gemeldet, weil es keinen Entlastungszeugen gegeben hat", führte der Richter aus. Der Mann sei voll schuldfähig. Der Taxiunternehmer, der bei der Urteilsverkündung am Dienstag im Landgericht keine sichtliche Regung zeigte, hat während der Verhandlung stets seine Unschuld beteuert. (stb/dpa)

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