Eifersuchtsdrama : Schwangere mit Elektroschocks gequält

Eine Frau aus Cloppenburg hat gestanden, mit Elektroschocks eine Schwangere gequält zu haben, um deren ungeborenes Kind zu töten. Sie plante das Verbrechen, weil sie mit dem Vater des Kindes eng befreundet war und ihn heiraten wollte.

OldenburgDie 23-jährige Angeklagte legte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Oldenburg ein Geständnis ab. Zusammen mit einer 27 Jahre alten Frau und dem werdenden Vater wird ihr versuchter Schwangerschaftsabbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die drei Angeklagten sollen das Opfer überfallen, geschlagen und getreten haben.

Bislang ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht bekannt, ob das ungeborene Kind Schäden erlitten hat. Angaben zum Alter des Opfers und zum errechneten Zeitpunkt der Geburt machte das Gericht nicht.

Elektroschocker auf den Bauch der Schwangeren gedrückt

Die geständige Hauptangeklagte gab an, der Mann habe im April das Opfer zum Tatort gelockt. Dort habe sie dann die Schwangere mit Tränengas besprüht und ihr den Elektroschocker auf den Bauch gedrückt. Sie habe damit freiwillig aufgehört, als das Opfer vor Angst und Schmerzen aufschrie, sagte die 23-Jährige. Der Mann soll zunächst gegen die Misshandlung gewesen sein. Von ihm und der Mitangeklagten sei keine Gewalt ausgegangen, beteuerte die Frau.

Zum Hintergrund der Tat verwies die Angeklagte auf ihr streng gläubiges Elternhaus. Ihre muslimischen Eltern hätten die damals schon drei Jahre dauernde Beziehung zu dem Mann nicht geduldet, der gleichzeitig auch mit dem späteren Opfer zusammen war. Sie habe von zu Hause "Druck bekommen" und das Verbrechen geplant.

Nach Angaben einer Ärztin war das Opfer zur Tatzeit in der 14. Woche schwanger. Verletzungen der Gebärmutter habe sie bei einer Untersuchung nicht erkannt. Die Schwangere habe ihr allerdings nicht gesagt, dass sie mit Elektroschocks gequält worden sei, sondern von Schlägen und Tritten gesprochen. (mit dpa)