EIN BISSCHEN BOYKOTT : Der große Protest ist ausgeblieben

Eine der größten menschengemachten Naturkatastrophen der Geschichte – und kaum Proteste gegen den Verursacher BP: Zwar erklommen Umweltschützer von Greenpeace mit einer ölgetränkten BP-Fahne das Dach der Londoner BP-Zentrale. In Deutschland formulierten die Grünen einen verklausulierten Verbraucheraufruf gegen BP. Warum sind alle so verhalten? Meeresbiologe Christian Bussau von Greenpeace Deutschland sagt, bislang fokussierte sich die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Versuche, das Leck zu schließen. Wenn die Zerstörung sichtbarer würde, werde auch der Protest größer. Manche Umweltschützer sagen, es mache wenig Sinn, zum Boykott von Tankstellen des BP/Aral-Konzerns aufzurufen, weil alle Mineralölkonzerne Tiefseebohrungen ausführen. Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer vom deutschen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) ruft zum Boykott auf: Wenn BP Folgen spüre, geraten auch andere Mineralölkonzerne in Zugzwang, mehr auf die Sicherheit zu achten. Das WDSF empfiehlt Verbrauchern, bei Freien Tankstellen Benzin zu kaufen. Ortmüller sagt, Parteien hätten Sorge, zum Boykott aufzurufen, weil sie im Gegenzug Klagen wegen wirtschaftlicher Schädigung befürchten. Urteilen zufolge dürften Naturschutzverbände das aber. kög/babs

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