Welt : Ein Blick in die Beißstatistik beweist: der Pitbull greift am häufigsten an

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Fast jede Woche geraten die Attacken bisswütiger Kampfhunde in die Schlagzeilen: Anfang Februar verletzten im brandenburgischen Wahlsdorf drei American Staffordshires einen Mann lebensgefährlich, einige Tage später wurde ein sechsjähriges Kind in das Universitätsklinikum Benjamin Franklin eingeliefert - ein Pitbull hatte ihm das Gesicht zerbissen.

Beißen Kampfhunde zu, bleibt es selten bei einem Kratzer. Zumeist sind die Verletzungen schwer. Halter und Züchter der gefährlichen Tiere beteuern immer wieder, dass die auffälligen Hunderassen nicht öfter zubissen als etwa der Deutsche Schäferhund. Ein erster Blick auf die Statistik scheint ihnen Recht zu geben. Tatsächlich führt nach den Mischlingen der Schäferhund die Liste der gemeldeten Vorfälle 1998 in Berlin an, bei denen Menschen angesprungen oder verletzt wurden. Bringt man die "Beiß-Zahlen" aber in ein Verhältnis mit der Anzahl der Tiere, so ergibt sich ein ganz anderes Bild: Dann stellt sich heraus, dass die als gefährlich geltenden Hundearten statistisch deutlich öfter Menschen angreifen. Pitbulls (bzw. American Staffordshires) zum Beispiel machen drei Prozent aller Berliner Hunde aus, möglicherweise etwas mehr. 1998 griffen sie mindestens 226 Mal Menschen in der Stadt an - ein Anteil der Vorfälle von etwa 13 Prozent. Rottweiler zählen zwar nicht zu den Kampfhunden, sie beißen aber ebenso häufig zu wie Pitbulls. Die Schäferhunde sind in der Beißstatistik, gemessen an ihrem großen Anteil an allen Hunden (16 %), mit 20 Prozent nur leicht überrepräsentiert. Zu ähnlichen Ergebnissen wie dieser Vergleich der Berliner Statistiken kamen verschiedene Untersuchungen in den USA.

Von den Kritikern der als gefährlich geltenden Hunde wird deren angezüchteter Kampfinstikt und die immense Beißkraft immer wieder ins Feld geführt: Wenn ein Kampfhund zubeißt, kann er einen deutlich größeren Schaden anrichten als ein Schäferhund oder Schnauzer.

Dorit Feddersen-Petersen vom Institut für Haustierkunde an der Universität Kiel konnte in einer Studie keine angeborenen Besonderheiten im Verhalten bei den verdächtigten Hunderassen feststellen. Die relative Häufigkeit der Angriffe erklärt sie vor allem mit dem falschen Umgang durch viele Halter.Das Thema Hunde im Internet: www.meinberlin.de/forum im Kanal Stadtleben.

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