• Ein Drittel der Frauen bleibt kinderlos Weniger Geburten und weniger Hochzeiten in Deutschland

Welt : Ein Drittel der Frauen bleibt kinderlos Weniger Geburten und weniger Hochzeiten in Deutschland

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Berlin (cir). Immer mehr Frauen bekommen immer weniger Kinder, rund ein Drittel der heute 30- bis 35-Jährigen entscheidet sich gegen eigenen Nachwuchs. Das Bundesamt für Statistik hat am Dienstag vorläufige Berechnungen für das Jahr 2001 veröffentlicht, und wieder hat sich der seit Beginn der 90er bestehende Trend fortgesetzt: Die Geburtenrate sinkt. 730 000 Kinder kamen im vergangenen Jahr in Deutschland zur Welt, das sind etwa 30 000 weniger als im Vorjahr. Rund 389 000 Paare heirateten – etwa 29 000 weniger als im Jahr zuvor.

Während Bettina Sommer vom Bundesamt die geburtenschwachen Jahrgänge der späten 60er und 70er Jahre für diese Entwicklung verantwortlich macht und sagt, es gebe derzeit einfach weniger Frauen im gebärfähigen Alter, spricht Jürgen Dorbritz vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung von einer „Polarisierung der Gesellschaft“. Zwar wollten die meisten Menschen nach wie vor eine eigene Familie, doch Individualisierung und eine verfehlte Familienpolitik brächten seiner Erfahrung nach immer mehr Frauen dazu, sich gegen Kinder entscheiden.

Zum einen seien es die hochqualifizierten Frauen, die nach Studium und Ausbildung ein entsprechendes Interesse hätten, weiter im Beruf zu bleiben. Zum anderen diejenigen Frauen mit geringen oder mittleren Einkommen, die für Kinder ihren Lebensstil deutlich einschränken müssten. Dieser Trend wird sich laut Dorbritz auch nicht umkehren, „wenn die Politik nicht bald für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgt“.

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