Welt : Ein Hauch von WM im All

Brasilianischer Astronaut bringt Minifußball mit

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Berlin/Moskau - Im All weht seit Samstag ein Hauch von Fußball-WM. Der Brasilianer Marcos Pontes, der zusammen mit der neuen, der 13. Stammbesatzung Pawel Winogradow (Russland) und Jeffrey Williams (USA) zur Raumstation ISS gekommen ist, hatte gleich zwei WM-Devotionalien im Handgepäck: ein Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft und einen Minifußball in den Landesfarben. Der Luftwaffenoffizier ist überzeugt, dass mit seiner kosmischen Rückendeckung die „Selecao“ den sechsten WM-Titel einfahren wird.

Die drei Neuankömmlinge hatten am Donnerstagmorgen in der Startphase einige bange Minuten zu überstehen. Denn zeitweilig fielen mehrere Telemetriekanäle aus, so dass das Flugleitzentrum (FLZ) in Koroljow bei Moskau nicht alle Daten über die Funktion der Trägerrakete zur Verfügung hatte. Doch der Schaden konnte schnell behoben werden. Nach dem Umstieg wurden Winogradow, Williams und Pontes von der bisherigen Stammbesatzung mit Waleri Tokarew (Russland) und Bill McArthur (USA) begrüßt, die seit Oktober 2005 auf der Umlaufbahn Wache halten.

Im Juli erwartet die Crew die US- Raumfähre „Discovery“ mit dem deutschen Esa-Astronauten Thomas Reiter. Er soll als zweiter Bordingenieur die Stammbesatzung verstärken. Der Deutsche, der Langzeitflugerfahrung aus dem russischen Mir-Labor mitbringt, wird auch an einem der „Weltraumspaziergänge“ teilnehmen. Dabei werden wissenschaftliche Muster geborgen, neue Bauteile installiert und das Äußere der Station inspiziert.

Zu den eher angenehmen, aber nicht unumstrittenen Programmpunkten gehört ein kanadisches PR-Experiment. Dabei wird Winogradow, unterstützt von Williams, einen Golfball in die Weiten des Alls schlagen. Kritiker meinen, dass sich die Kugel als Bumerang erweisen und bei ihrem bis zu vierjährigen Flug der Station gefährlich werden könnte. ddp

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