Welt : Ein künstliches Stück vom Gen

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München (dpa). Münchner Forscher haben einen neuen Ansatz zur Therapie von Gehirnerkrankungen wie der Creutzfeldt-Jakob- Krankheit, Scrapie und der Rinderseuche BSE gefunden. Eine kurzzeitige Behandlung habe die Überlebenszeit von Mäusen, die eine entsprechende Prionen-Krankheit hatten, um 38 Prozent verlängert, schreiben Professor Hans Kretzschmar und Kollegen der Ludwig-Maximilians-Universität München im britischen Fachjournal „Lancet“ (Bd. 360, S. 229). Eine dreiwöchige Therapie habe sogar noch wesentlich bessere Erfolge gezeigt. Diese Methode könnte nach Meinung Kretzschmars bald auch gegen menschliche Prionen-Krankheiten eingesetzt werden.

Prionen enthalten kein Genmaterial, und dies könnte, so die Überlegung des Teams, ein Grund für die fehlende Immunreaktion des Körpers auf diese Proteine sein. Die Forscher nutzten eine Art künstliches Gen-Stückchen, die so genannten CpG Oligodeoxynucleotide (CpG ODN). Von diesen war bereits bekannt, dass sie das Immunsystem stimulieren. Das Team spritzte Versuchsmäusen sehr stark zerkleinerte (homogenisierte) Gehirnmasse von Mäusen, die vorher mit dem Scrapie-Erreger infiziert worden war. Die Überlebenszeit der Versuchsmäuse, die am selben Tag und weitere vier Tage das künstliche Gen-Stückchen CpG erhielten, war um 38 Prozent länger als diejenige solcher Mäuse, die kein CpG bekamen. Die behandelten Tiere überlebten rund 250 Tage, die unbehandelten nur rund 180 Tage.

Wurde CpG ODN drei Wochen nach der Infektion täglich gegeben, zeigten die behandelten Nager auch 330 Tage nach der Infektion noch keine Krankheitszeichen.

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