Welt : Ein Leben als Melodram

Prinzessin Caroline von Monaco wird heute 50 Jahre alt / Die ganze Welt verfolgte die vielen Höhen und Tiefen ihres Lebens

Elisabeth Binder

Ihr Gesicht strahlt immer noch das Geheimnis zeitloser Schönheit aus, und das ist eigentlich ein Wunder. Caroline von Monaco wird heute 50 Jahre alt und ist von Geburt an Blitzlichtfutter gewesen. Eigentlich war sie zum behüteten Dasein einer Bilderbuchprinzessin bestimmt. Aber alles kam ganz anders, und so erinnern die Höhen und Tiefen ihres Lebens heute eher an ein mit zu viel Action überladenes Melodram. Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben ihre Geschichte wie eine lebendige Soap-Opera Royale verfolgt.

Als sie zur Welt kam, war die Traumhochzeit der Eltern in den Köpfen noch präsent. Der monegassische Fürst Rainier heiratet den amerikanischen Film-Star Grace Kelly. Im Januar 1957 wird Caroline geboren. Schon als Teenager galt sie als Stil-Ikone. Später studierte sie an der Sorbonne unter anderem Philosophie. Den Erwartungen, als nächstes den schönsten Prinzen zu ehelichen, den Europa zu bieten hatte, entsprach sie nicht. Im Juni 1978 nahm sie zum allgemeinen Entsetzen stattdessen den 17 Jahre älteren Versicherungskaufmann Philippe Junot zum Mann. Zwei Jahre hielt die Ehe, im August 1980 wurde sie getrennt. Zwei Jahre später im September lauerte ein schwerer Schicksalsschlag. Ihre Mutter Gracia Patricia kam bei einem Autounfall ums Leben. Ein neuer Start ins Glück folgte am 29. Dezember 1983. Ohne kirchliche Trauung, da die Ehe mit Junot vom Vatikan noch nicht annulliert war, gab sie dem drei Jahre jüngeren italienischen Industriellen Stefano Casiraghi das Ja-Wort. Wo die Märchenhochzeit ausbleiben musste, existierte offenbar eine große Märchenliebe. In den folgenden Jahren kamen die Kinder Andrea Albert, Charlotte und Pierre zur Welt.

Aus völlig heiterem Himmel schlug das Schicksal im Oktober 1990 erneut zu. Stefano Casiraghi starb bei einem Unfall bei der Rennboot-Weltmeisterschaft vor der Küste Monacos. Drei Jahre später annullierte Papst Johannes Paul II. ihre erste Ehe mit Junot mit der Begründung, „dieser habe zum Zeitpunkt der Hochzeit kein Geheimnis daraus gemacht, die ehelichen Verpflichtungen im Sinne der katholischen Lehre zu ignorieren“. So konnten immerhin Carolines Kinder mit Casiraghi als Mitglieder der katholischen Kirche anerkannt werden, was in Monaco, wo der römisch-katholische Glaube Staatsreligion ist, große Bedeutung hat.

Seit dem Tod der Mutter füllte Caroline in Monaco die Rolle der First Lady aus, gab dem Steuerparadies Glanz und Ansehen, förderte die schönen Künste, zum Beispiel das Ballett, und pflegte ihre Freundschaften, unter anderem zu Karl Lagerfeld, der voller Hochachtung über die kluge Prinzessin spricht. Für weitere Anfechtungen sorgte die kleine Schwester Stéphanie, die zwei Kinder von ihrem Leibwächter bekam, dann ein Kind von einem anderen Mann und noch eine kurze Ehe mit einem Zirkusartisten draufsetzte. All dies war für das Verhältnis der Schwestern offenbar äußerst abträglich.

Ob es Sorgen waren oder etwas anderes, kam nie heraus, aber als ihr 1996 plötzlich die Haare ausfielen, demonstrierte sie auch in dieser Situation unerschütterliche Eleganz, indem sie ihren Kopf mit modischen Turbanen verhüllte. Je dramatischer das Leben der Prinzessin wurde, desto mehr lauerten die Papparazzi auf Schnappschüsse. Mit Hilfe des Hamburger Anwalts Matthias Prinz stritt sie erfolgreich gegen Veröffentlichung von Fotos aus ihrem Privatleben.

Neue Begehrlichkeiten der Buntpresse wurden angefacht, als Caroline vor acht Jahren Ernst August Prinz von Hannover heiratete. Den hätte, wie es hieß, zwar schon die Mutter Gracia Patricia gern als Schwiegersohn gesehen. Allerdings machte er in späteren Jahren durch unrühmliche Attacken auf Pressefotografen als „Prügel-Prinz“ die Runde durch die Boulevard-Medien. Auch wenn kolpotiert wurde, dass der Welfenprinz in hochadeliger Gesellschaft ganz zivilisiert und sogar nett auftrete und Alkoholgenuss seine Streitlust zu ungünstigen Zeitpunkten anheize, waren diese Eskapaden Gift fürs Image. Prinzessin Caroline trug auch das mit scheinbar unerschütterlicher Gelassenheit und trat seit der Hochzeit stolz als „Königliche Hoheit“ auf. Im Juli 1999 bekam sie ihr viertes Kind vom dritten Ehemann. Der lag schwerkrank darnieder ausgerechnet als Fürst Rainier im April 2005 starb.

In den letzten Jahren glänzte Caroline auch mal in Berlin, zum Beispiel mit einem filmreifen Hofknicks vor der Queen beim Staatsbankett im Zeughaus vor gut zwei Jahren. In 50 Jahren hat die als gebildet aber auch arrogant geltende Prinzessin vor allem eins kultiviert: eine makellos undurchdringliche Haltung.

Der dramatische Verlauf ihres Lebens ist allgemein bekannt. Was das alles mit ihr gemacht hat, liegt verborgen in dem geheimnisvollen Blick, der ihre Schönheit heute mehr denn je bestimmt.

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