Ein leichtverletztes Opfer : Anschlag auf jüdischen Lebensmittelladen bei Paris verübt

20.09.2012 09:33 Uhr

Bei einem Anschlag auf einen jüdischen Lebensmittelladen in Frankreich ist am Mittwoch ein Mensch leicht verletzt worden. Es ist unklar, ob es einen Zusammenhang mit den weltweiten Protesten von Muslimen gibt.

Zwei schwarz gekleidete, maskierte Unbekannte hätten am Mittwoch den Laden in der Pariser Vorstadt Sarcelles betreten und einen „schwachen Sprengsatz“ geworfen, sagte die örtliche Direktorin für öffentliche Sicherheit, Patricia Dubois. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

Nach der Detonation des Sprengsatzes breitete sich eine schwarze Rauchwolke in dem Laden aus, wie Dubois sagte. Die Angreifer hätten dann den Laden verlassen und dabei einen Stein durch die Glastür geworfen. Bei der Detonation wurde ein Mensch durch „Glas-oder Gipssplitter“ leicht verletzt, er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Drei Menschen, vermutlich Kunden, erlitten einen Schock.

Die Täter konnten zunächst nicht gefasst werden.
Die Polizei hatte nach dem Anschlag zunächst von einer „schwache Granate“ gesprochen, ohne genauere Angaben zu machen. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde Sarcelles sprach von einer „Gipsgranate“, wie sie zu Übungszwecken etwa von Streitkräften verwendet wird, es sei aber kein brennbarer oder explosiver Sprengkörper gewesen.

Der Hintergrund der Attacke ist noch unklar. Der Rat jüdischer Institutionen in Frankreich (Crif) schloss aber einen Zusammenhang mit den weltweiten Protesten von Muslimen gegen einen islamfeindlichen Film aus den USA nicht aus. Am Mittwoch hatte zudem die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der französischen Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ für Sorge vor Ausschreitungen in muslimischen Ländern oder durch Muslime in Frankreich gesorgt.

In der nördlich von Paris gelegenen Stadt Sarcelles, die auch als „Klein-Jerusalem“ bezeichnet wird, leben viele aus Nordafrika eingewanderte Juden.

Wissens - Test

Service
Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
Diskutieren Sie mit!

Matthies war essen

Bernd Matthies kocht gern und isst noch lieber.
Große Menüs, kleine Fundsachen, nützliche Bücher, gastronomische Erlebnisse.

Weitere Themen

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...
Tagespiegel for foreigners.
Selected "Tagesspiegel" articles from our daily newspaper in english. Exclusively for online-users.
Discover.