Welt : Ein wissenschaftlicher Durchbruch in der Bekämpfung der Influenza

Erstmals kann in diesem Winter Virusgrippe-Patienten wirksam geholfen werden. Ein neues Medikament bekämpft direkt die Krankheitsursache, das Grippe-Virus. Bisher konnten Ärzte meist nur die Symptome behandeln. Das Mittel des britischen Pharma-Konzerns Glaxo Wellcome soll Grippe-Erscheinungen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen mildern und den Verlauf der Krankheit um bis zu drei Tage verkürzen. Der Viren-Killer, der im Juni die EU-weite Zulassung erhielt, kommt im Oktober auf den deutschen Markt. Die zwischen fünfzig und siebzig Mark teure Behandlung dauert in der Regel fünf Tage. "Relenza" enthält den Wirkstoff Zanamivir. Er wird wie ein Asthmapulver inhaliert und wirkt in den Schleimhäuten der Atemwege, wo die Viren sitzen. Dabei greift der Wirkstoff in den Lebenszyklus des tückischen Erregers ein. Er hemmt die sogenannte Neuraminidase, ein Enzym, mit dem sich die Viren im Körper ausbreiten. Allerdings sollte das Präparat möglichst zwei Tage nach der Infektion eingenommen werden, was eine genaue und schnelle Diagnose der Virusgrippe (Influenza) erfordert. Besonders ist eine Abgrenzung zum harmlosen grippalen Infekt nötig. "Das Mittel ist in der Bekämpfung der Influenza ein wissenschaftlicher Durchbruch, weil es das erste ist, was ursächlich gegen die Haupterreger Typ A und B wirkt", sagt der Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Influenza in Hannover, Rolf Hecker. Bislang stand nur das auch zur Parkinsonbehandlung eingesetzte Amantadin zur Verfügung. Es wirkt allerdings nur gegen Typ A-Influenza, verursachte Resistenzen und löste teilweise erhebliche Nebenwirkungen aus.

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