Welt : Eine kleine Regelkunde - letzter Teil

Werner Laures

Allen Unkenrufen zum Trotz - das Abendland ist auch mit der Rechtschreibreform noch nicht untergegangen. Und es wird auch nicht untergehen, wenn wir ab heute auf die neue Schreibweise umstellen. Dass die deutschsprachigen Agenturen ab diesem Tag auch dem neuen Regelwerk weitgehend folgen werden, ist für uns ein Anlass, es auch zu tun. Damit der Einschnitt nicht allzu abrupt vonstatten geht, hatten wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, eine kleine Regelkunde zusammengestellt. Heute lesen Sie den letzten Teil

Die Zeichensetzung

Satzzeichen dienen dazu, einen Text übersichtlich und leserfreundlich zu gestalten und Missverständnisse zu vermeiden. Doch hatte die Zeichensetzung nach alter Rechtschreibung so manche Fußangeln. Besonders dort, wo das Komma erst nach grammatischer Analyse eines Satzes gesetzt werden konnte, versagte oft das "Gefühl". Nach neuer Regelung soll jetzt die Kommasetzung in einigen (schwierigen) Fällen leichter werden, und zwar soll das Komma vor und/oder und bei Infinitiv- bzw. Partizipialsätzen - nach Absicht der Rechtschreibreformer - dem Schreibenden überlassen werden. Die Erleichterung für den Schreibenden macht jedoch dem Leser das schnelle Erfassen eines Textes schwerer. So ist beispielsweise bei dem Satz Peter fotografierte die Schiffe und seine Frau lag am Strand nicht von Anfang an klar, wer oder was auf dem Bild sein soll. Deswegen wird Ihre Zeitung bei der alten Form der Zeichensetzung bleiben, um Ihnen die Lesbarkeit zu erleichtern.

Frage- und Ausrufezeichen haben die Funktion, die Satzart zu charakterisieren, das Komma gliedert den Satz. Deswegen wird in Zukunft eine Kombination aus Fragezeichen und Komma oder aus Ausrufezeichen und Komma möglich sein, das heißt nach dem schließenden Fragezeichen oder dem schließenden Ausrufezeichen wird ein Komma gesetzt. Beispiel: Als sie fragte: "Wann wirst du heute Abend nach Hause kommen?", konnte er keine Antwort geben.

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