Welt : Eine Notlandung war unmöglich

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Athen Untersuchungen an den Trümmern des abgestürzten Flugzeugs von Athen haben bestätigt, dass ein Steward verzweifelt eine Notlandung versucht hat. Das ergaben gerichtsmedizinische Untersuchungen von Blutspuren im Cockpit, die mit DNA-Proben von Verwandten ersten Grades des Stewards verglichen wurden und übereinstimmten. Allerdings hatte der Flugbegleiter Andreas Prodromou, der lediglich eine Pilotenlizenz für kleine Maschinen hatte, kaum eine Chance, die Boeing zu landen.

Griechische Kampfbomberpiloten hatten in den letzten Minuten des Todesfluges beobachtet, dass jemand im Cockpit versuchte, die Boeing 737-300 zu übernehmen. Die Kampfjets waren aufgestiegen und nahe an die Passagiermaschine herangeflogen, nachdem der Funkkontakt abgebrochen war. Kurz darauf stürzte das Flugzeug der zyprischen Gesellschaft Helios Airways wegen fehlenden Treibstoffs ab, alle 121 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Markus Kirschnek, hält es für unmöglich, dass ein Mensch mit einer Pilotenlizenz für Kleinflugzeuge eine Boeing 737 sicher landen kann: „Vielleicht kann er die Höhe etwas verlassen oder ein paar Kurven fliegen, aber auch das ist schon schwierig.“

In der Nacht zum Samstag wurde in Paris im Beisein eines griechischen Ermittlers die zweite Black Box mit der aufgezeichneten Kommunikation im Cockpit ausgewertet. Ergebnisse wurden noch nicht bekannt gegeben. Die Box hatte sich beim Absturz zwar aus ihrem Gehäuse gelöst, war aber kaum beschädigt gefunden worden. dpa

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