Welt : Einfach sympathisch

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Der falsche Pfarrer in Österreich, der jetzt aufgeflogen ist, ist mit jenem falschen Pfarrer offenkundig identisch , der in den 90er Jahren in Berlin die Menschen begeistert in die Kirche lockte. Sowohl in Berlin wie auch in Österreich gab er seinen Namen mit Axel Vilsmeier an.

„Er hat sehr professionell gewirkt und war mir total sympathisch. Wenn er kein Pfarrer ist, dann ist er jedenfalls ein guter Schauspieler ", erzählte die Messnerin im österreichischen Gilgenberg am Mittwoch. Der Mann wirkte in Neukirchen und Gilgenberg als Kurvertretung. Er las Messen und hielt sogar ein Begräbnis in Neukirchen zur Zufriedenheit der Trauernden ab. Der Mann sei Organist und über die Orgelfreunde in Neukirchen sei der Kontakt zu Stande gekommen, erklärt der Neukirchner Pfarrassistent Christoph Kleemayr. „Wir haben dem Mann Vertrauen entgegengebracht.“ Er habe in seinem Auftreten sehr sicher gewirkt und sei sehr beliebt gewesen.

Die Kirche und die Gemeindemitglieder können es kaum fassen. Der Mann war jedem auf Anhieb so sympathisch , dass niemand auch nur auf die Idee kam, an ihm zu zweifeln. Deshalb musste er auch zu keinem Zeitpunkt nachweisen, ob er überhaupt Pfarrer ist.

Aufgeflogen ist die Geschichte durch einen anonymen Anruf aus Bayern.

Eigentlich könnte die Kirche einen solchen Mann gut gebrauchen, der die Menschen begeistert und in Scharen lockt. Aber ohne seine Weihe als Priester steht eine solche Tätigkeit nicht zur Diskussion.

Und die Polizei ? „Es ist ein gesellschaftliches Phänomen, wenn die Menschen ihn für einen Pfarrer halten, kein kriminelles“, sagte ein Polizeisprecher in Braunau. Außerdem: Es gibt keinen Menschen, der diesen sympathischen Mann angezeigt hat.

Peter Gamsjäger,

„Braunauer Rundschau“

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