Eisbär-Baby : Jetzt kommt Flocke

Das Nürnberger Eisbärenbaby hat am 9. April im Außengehege Premiere. Der Tiergarten wählte einen Termin unter der Woche um den Ansturm gering zu halten. Auf 25.000 Besucher pro Tag ist der Zoo vorbereitet.

Annette Kögel
Flocke
Outdoor-Training. Momentan lernt Flocke Gras, Wasser und Schnee kennen. -Foto: dpa

Berlin/NürnbergEinen Wochenend-Tag hat man für dieses Ereignis nicht wählen wollen – zu groß der erwartete Ansturm, zu voll die Stadt und der Tiergarten. Deshalb wird das Nürnberger Eisbärenbaby Flocke nun am 9. April, einem Mittwoch, zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Tiergarten rechnet nach den Erfahrungen des Berliner Zoos mit Knut mit einem riesigen Besucheransturm. Die Nürnberger haben oft mit Berlin telefoniert, und jetzt habe man sich auf bis zu 25.000 Besucher pro Tag vorbereitet, sagte Tiergarten-Direktor Dag Encke. Der Eisbären-Hype in Deutschland scheint kein Ende zu nehmen.

Mehrere hundert Medienvertreter kamen zum Knuts Premiere am 23. März 2007 in den Zoo. Am ersten öffentlichen Besuchertag, dem 24. März, standen fast Zehntausend Besucher aus aller Welt Schlange, Ostern vor einem Jahr kamen täglich über 20 000 Schaulustige. In Nürnberg wird vorm Eisbärengehege sogar eine Stehtribüne aufgebaut, die 500 Menschen gleichzeitig Blicke auf die kleine Eisbärin ermöglichen soll. Damit jeder kurz gucken kann, sollen die Massen alle 15 Minuten weitergeschleust werden. Die kleine Bärin soll bei ihrem ersten Auftritten zunächst von Pflegern begleitet werden, sagte Zoochef Encke. Der Einsatz der Pfleger soll aber „mit Augenmaß“ betrieben werden, denn „wir wollen Flocke wie ein normales Zootier in der Außenanlage halten“. Daher müssten die Gäste auch einplanen, dass die kleine Eisbärin nicht rund um die Uhr in ihrem Gehege herumtollen werde. Sie schlafe auch mehrere Stunden am Stück und müsse sich ausruhen. Deshalb soll das Geschehen im Gehege über von der Firma Bosch gesponserte „Verfolgerkameras“ auf zwei Leinwände im Kinderzoo übertragen werden. Flocke gibt es schon jetzt tagesaktuell übers Internet auf Fotos, Videos und als Bildschirmschoner.

Für Besucher gibt Nürnberg ein Kombiticket heraus, das am Tag des Tiergartenbesuchs auch als Ticket für die Verkehrsbetriebe gilt. Der Eintritt wird nicht erhöht: Ein Erwachsener zahlt 7,50 Euro, die Familienkarte kostet 18 Euro. Die Tickets sind auch im Internet erhältlich. Wer mit dem Auto zu Flocke reist, findet rund um das Gelände etwa 1900 Parkplätze, für die aber künftig an Wochenenden und Feiertagen eine Gebühr von drei Euro erhoben werde, teilte die Stadt mit.

Selbst das Verkehrswegeleitsystem soll auf die Bärin hinweisen, die am 11. Dezember in einer Wurfhöhle zur Welt kam. Erst lehnte der Tiergarten Handaufzucht strikt ab, entschied sich dann aber doch dafür – nachdem Muttertier Vera, möglicherweise aufgeschreckt durch den Pressetrubel vorm Gehege, das Jungtier am ersten Tag draußen herumschleppte und es mehrfach fallen ließ. Annette Kögel

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