Eisbärbaby in Stuttgart : Premiere für Wilbär ohne Rummel

Anders als in Berlin und Nürnberg wurde der Stuttgarter Eisbär Wilbär geradezu heimlich aufgezogen. Heute nahm der Kleine gemeinsam mit seiner Mutter Corinna sein erstes Bad in der Öffentlichkeit. Dabei zeigte sich Wilbär von seiner schüchternen Seite.

Wilbär
Anders als in Berlin und Nürnberg wurde der Stuttgarter Eisbär Wilbär geradezu heimlich aufgezogen. -Foto: dpa

StuttgartDer Medienandrang war auch in Stuttgart groß, aber an die große Glocke hatte man den ersten Auftritt von Eisbärbaby Wilbär nicht gehängt. Um Punkt elf Uhr stapfte der gut vier Monate alte Eisbärjunge mit seiner Mutter Corinna durch eine Luke in das Freigehege des Stuttgarter Zoos Wilhelma. Nach anfänglicher Scheu folgte Wilbär seiner Mama ins Wasser. "Wie im Drehbuch" sei der erste Auftritt seines Schützlings gewesen, schwärmte Tierpfleger Jürgen Deisenhofer. Auch Zoodirektor Dieter Jauch strahlte: "Das ist die Erfüllung eines langgehegten Traums."

Ein Besucheransturm wie bei Knut in Berlin oder Flocke in Nürnberg blieb dem kleinen Eisbär zunächst erspart. Lediglich einige hundert Tierfans wollten das Debüt des etwa 15 Kilogramm schweren Bärenjungen sehen. "Das ist schwäbische Zurückhaltung", sagte Zoosprecherin Manuela Schenk. "Vielleicht kommt der Ansturm, wenn am Wochenende die Sonne scheint." Allerdings wollte der Tierpark Wilbär langsam an den Trubel gewöhnen, deshalb war der erste Auftritt kurzfristig angesetzt und auf einen Wochentag gelegt worden.

Erstes Eisbärbaby in der Wilhelma

Wilbär ist der erste Eisbär, der in Stuttgart aufwächst. Die Wilhelma hatte das Baby mehrere Monate von der Öffentlichkeit abgeschirmt, damit seine Mutter sich ungestört um ihn kümmern kann. "Es hatte absolute Priorität, dass Corinna ihn selbst aufzieht", sagte die Zoologin Ulrike Rademacher. Erst noch schüchtern, später mutiger paddelte Wilbär seiner Mutter in dem Wasserbecken eifrig hinterher. Normalerweise steigen Eisbärbabys ihrer Mutter dabei auf den Rücken. "Das müssen Wilbär und seine Mutter aber noch lernen", sagte die Zoologin. Wieder zurück am Ufer tollte der kleine Bär ausgelassen auf dem Granitfelsen herum - argwöhnisch beobachtet von seinem Vater Anton. Der lief im Nebengehege umher, weil er sonst sein Junges angreifen und fressen könnte.

Für Zoochef Jauch ist eine lange Durststrecke vorbei. "Wir haben 17 Jahre darauf gewartet." Seit der Einweihung der Bärenanlage habe man gehofft, dass ein Bärenbaby in Stuttgart aufwächst. Die 1989 geborene Corinna war schon öfter schwanger gewesen, doch keines der Jungen überlebte. Umso vorsichtiger gingen die Verantwortlichen dann mit ihrem kleinen Hoffnungsträger Wilbär um. (küs/dpa)

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