Eisenach : Flugschau-Unglück: 14-Jährige gestorben

Am Samstag war eine Propellermaschine bei einer Flugschau in eine Menschenmenge gerast und hatte eine 45-Jährige getötet. Heute starb ein Mädchen, das seit dem Unglück im Krankenhaus um sein Leben gekämpft hatte.

Eisenach
Das Flugzeugwrack mit den Überresten des Verkaufsstandes. -Foto: dpa

EisenachDas Flugschau-Unglück in Eisenach hat ein zweites Todesopfer gefordert. Zwei Tage nach dem schweren Unfall ist ein 14 Jahre altes Mädchen aus Hessen seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit. Sie war am Samstag am Stand ihrer Rettungshundestaffel von einem mehr als 30 Jahre alten Propellerflugzeug erfasst worden. Das Agrarflugzeug war beim Abheben ausgebrochen und in einen Verkaufsstand gerast. Die 45 Jahre alte Besitzerin starb. Ein 52-jähriger Mann schwebt noch in Lebensgefahr. Insgesamt würden noch vier Verletzte stationär behandelt, hieß es.

Für das Unglück gibt es nach den bisherigen Ermittlungen keine technische Ursache. "Wir haben keine Hinweise auf technische Mängel, die unfallrelevant wären", sagte Jens Friedemann von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Der schwer verletzte 36 Jahre alte Pilot konnte am Montag noch nicht vernommen werden. Fragen nach einem möglichen Pilotenfehler bezeichnete Friedemann als "Spekulation", solange der Pilot noch nicht gehört worden sei. Der 36-Jährige hat nach einem Bericht der Zeitung "Freies Wort" seit zwei Jahren seine Fluglizenz. Nach Informationen des Blattes hatte er mit der Maschine vor eineinhalb Jahren eine Bruchlandung. Das reparierte Flugzeug sei dann wieder zugelassen worden.

Das Agrarflugzeug Z-37 tschechischer Bauart sollte vor den 5000 Besuchern der Flugschau einen Löscheinsatz demonstrieren. Hinweise auf Überladung mit Wasser gebe es nicht, sagte Friedemann. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte die Maschine nach 800 Metern auf der 1700 Meter langen Startbahn abgehoben, aber nicht weiter an Höhe gewonnen. Auf Fotos und einem von zwei Fernsehsendern verbreiteten Amateurvideo ist zu sehen, wie sich eine Tragfläche Richtung Boden neigt. Die Maschine drehte sich demnach noch auf der Startbahn 90 Grad zur bisherigen Richtung und raste dann mit mehrfachem Bodenkontakt über eine Wiese hinweg auf die Stände zu. (jvo/dpa)

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