Emergency Room : George Clooney: Vorsicht, heiß

George Clooney will wieder in "ER - Emergency Room" auftreten. In der Notaufnahme war er vor allem bei Frauen sehr beliebt.

Joachim Huber
George Clooney Foto: dpa
George Clooney. DEr US-Schauspieler will sich wieder den Arztkittel überstreifen. -Foto: dpa

Für alle Frauen zwischen 23 und 49 könnte es das Fernsehereignis des Jahres 2009 werden. George Clooney, der bestaussehende 47-jährige Schauspieler auf Gottes Erdboden, wird noch einmal den Arztkittel in der "Notaufnahme" anziehen. Wie der (leicht windige) US-Internetdienst E!Online am Mittwoch berichtete, soll der Oscar-Preisträger ("Syriana") in den nächsten Tagen erneut für die Fernsehserie "Emergency Room" ("ER") vor die Kamera treten. Nach Informationen des Magazins "People" hat "ER"-Regisseur John Wells aber bereits am vergangenen Mittwoch für einen Besuch von Clooney alle anderen Gäste und Zuschauer des Drehs ausgeschlossen haben …

Egal, die Meldung ist so schön, dass sie einfach wahr sein muss. George Clooney spielte von 1994 bis 2000 in 108 "ER"-Folgen mit, bevor er endgültig zum Film wechselte. Bei seinem letzten Serienauftritt - das war ein Jahr nach dem offiziellen Abschied - ließ er sich nur für eine Minute blicken. Damals wurde er kurz für eine Szene gebraucht, als plausible Erklärung für den Ausstieg seiner früheren TV-Gattin Julianna Margulies aus der Serie. Sie spielte in "ER" die Krankenschwester Carol Hathaway, die mit Oberarzt Dr. Ross Zwillingstöchter hat.

Zu all den Spekulationen um Clooneys "Star Appearance" sei diese noch hinzugefügt. Der US-Sender NBC hat angekündigt, die Serie mit der 15. Staffel am 2. April 2009 zu beenden. Von den Sendergewaltigen wäre es dabei höchst unklug, vor diesem Datum die Spannung um die Art und Weise von Clooneys Erscheinung aufzulösen.

"ER" war eine TV-Revolution

Letzte Staffel, letzte Episode, ein letzter Auftritt, da würde sich etwas runden, was vor bald 15 Jahren begonnen hatte - der Aufstieg einer Serie, der Einstieg eines Schauspielers in eine Weltkarriere. Clooney würde "ER" mit einem letzten Hallo das zurückgeben, was ihm die Fernsehproduktion reichlich gegeben hat.

"Emergency Room", ausgedacht von Bestseller-Autor Michael Crichton und unterstützt von Blockbuster-Regisseur Steven Spielberg, war im US-Fernsehen lange Jahre unerreicht, bevor Epigonen à la "Grey's Anatomy" besser und besser wurden, "ER" dagegen zu sülzen anfing wie eine deutsche "Schwarzwald- und Sachsen-Klinik".

"ER" war eine TV-Revolution mit der halsbrecherischen, innovativen Arbeit an der Handkamera, einem atemberaubenden Tempo und einer derart komplexen Dramaturgie aus mehr als einem Dutzend Handlungssträngen, dass dem Zuschauer nur schwindlig werden konnte. Arbeitsbeziehungen, Zwischenmenschliches, medizinische Fragen, Probleme beim Umgang mit Patienten, das war und ist das Grundgerüst; zugleich wurden typische Probleme in amerikanischen Metropolen wie Rassismus und Bandenkriege, ethische Fragen wie Sterbehilfe mit verhandelt, eilten die Protagonisten zu humanitären Hilfseinsätzen in Darfur im Sudan.

George Clooneys Dr. Ross war kein Halbgott in weiß

Dieses "Must See TV" war das dramatisch-fiktionale Abbild einer hektischen Notaufnahme aus Blut und Schweiß und Tränen, aus dem Sieg über den Tod und der Niederlage nach dem Einsatz aller, aber auch aller Kräfte. Selbst der Dr. Ross des George Clooney war nicht der coole Held im OP, keine Überhöhung war zu bewundern, Ross war verzweifelt, er sah sich versagen, er war ein Mediziner, der sich bemüht und trotz allem scheitern kann. Ein Mensch. Und einer, der die emotionalen Höhen und Tiefen einer beginnenden, scheiternden und dann wieder aufflammenden Beziehung durchlebt: Schwester Carol Hathaway bot unzähligen Frauen Identifikationsmöglichkeiten an der Seite von Dr. Ross an.

Die weiblichen Fans in Deutschland haben jetzt nur noch zwei Wünsche: Erstens muss ein deutscher Sender die George-Clooney-Episode ausstrahlen; bisher war die Privatstation Pro Sieben immer "Emergency Room - Die Notaufnahme". Zum anderen sollte sich der charmante Nespresso-Werber seinen Moustache abnehmen lassen. Einer wie Clooney mit einem Bart, der von ferne an das traurige Seehund-Gewächs von Sean Connery erinnert, das geht nun gar nicht! Aber dann: Mister Smart betritt als Oberarzt Dr. Douglas Ross die Notaufnahme, eine Frau zwischen 23 und 49 ringt um Luft, Dr. Ross legt seine Hand auf ihre heiße Stirn. Hot, extremely hot.

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