• Enormes Zerstörungspotential: Meteorit von Peru hätte Hochhäuser einstampfen können

Enormes Zerstörungspotential : Meteorit von Peru hätte Hochhäuser einstampfen können

Der Meteorit, der in Peru einen 30 Meter großen Krater gerissen hat, hätte bei einem Einschlag in einer Stadt verheerende Wirkung entfaltet. Dass ein Brocken dieser Größe zu Erde durchkommt, ist äußerst selten.

Meteoritenkrater
Statt in der Ödnis hätte der Meteorit auch über einer Stadt niedergehen können. -Foto: AFP

DarmstadtEin Meteoriteneinschlag wie jetzt in Peru ist nach Expertenangaben äußerst selten, aber sehr gefährlich. Einschläge solcher kompletten Meteoriten von einem halben bis einem Meter Durchmesser kämen nur in Abständen von Jahrzehnten vor, sagte Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESOC) in Darmstadt. Da die Erde zu 70 Prozent aus Wasser besteht, bekomme man dies oft aber gar nicht mit. "Wenn der Meteorid, der jetzt in Peru einen 30 Meter großen Krater hinterlassen hat, aber in der Frankfurter Innenstadt eingeschlagen hätte, wären ein bis zwei Hochhäuser platt." Größere Objekte von zehn Metern Größe kämen nur in Abständen von mehreren hundert Jahren zur Oberfläche durch.

Die rätselhaften Gesundheitsprobleme einiger Menschen nach dem Meteoriteneinschlag in Peru können nach Meinung von Khan nicht auf Gase aus dem Himmelskörper selbst zurückgeführt werden. Auch aus dem Meteoriten austretende gefährliche Strahlung wäre sehr erstaunlich. "Die Gegend sieht sehr moorig aus, und ich halte es nicht für unplausibel, dass das Objekt dort eingetreten ist und dabei Faul- oder Moorgase ausgetreten sind." Im Südosten Perus klagten Bewohnerder Hochebene an der Grenze zu Bolivien nach dem Meteoriteneinschlag am Samstag über Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Brechreiz. Nach Khans Worten ist es am wahrscheinlichsten, dass dafür Staub oder Gase aus dem moorigen Gebiet verantwortlich sind, die durch die Wucht des Einschlags frei wurden.

Einschläge von metallischen Meteoriten äußerst selten

"Wenn ein Krater von 30 Metern Durchmesser erzeugt wurde, reden wir von einem eingeschlagenen Objekt, das erstens metallisch sein muss und zweitens einen Durchmesser von deutlich unter einem Meter gehabt haben muss", sagte Khan. Deshalb seien die Gase wahrscheinlich nicht vom Meteoriten selbst freigesetzt worden. "Alles was an einem kleinen Meteoriten so volatil ist, dass es ausgasen könnte, wurde schon längst vorher in der Atmosphäre abgestoßen bei der Erhitzung während des Eintritts", ist Khan überzeugt.

Khan betonte, dass mindestens einmal pro Jahr Himmelskörper mit Durchmessern von unter einem Meter auf der Erde einschlagen oder zuvor in der Atmosphäre explodieren. "Davon sind aber 70 Prozent nicht metallisch, sondern aus schwammigen Kohlenwasserstoffverbindungen, die vor einem Einschlag verbrennen." Von den übrigen 30 Prozent seien die meisten steinig und zerlegten sich in der Atmosphäre. "Nur ein kleiner Bruchteil der Meteoriten ist metallisch, aber von denen kommen die meisten bis zur Oberfläche durch", sagte Khan. (mit dpa)