• Entführer lassen Ultimatum verstreichen - Indische Delegation nimmt Verhandlungen in Kandahar auf

Welt : Entführer lassen Ultimatum verstreichen - Indische Delegation nimmt Verhandlungen in Kandahar auf

Eine indische Delegation hat Montagabend in der südafghanischen Stadt Kandahar Verhandlungen für ein friedliches Ende der seit vier Tagen währenden Flugzeugentführung begonnen. Die sieben Regierungsvertreter unter Leitung eines hohen Beamten des indischen Außenministeriums sprachen zunächst mit dem Außenminister der in Afghanistan herrschenden Taliban, Wakil Ahmed Mutawakil. Daran nahm auch der UN-Koordinator für Afghanistan, Erik de Mul, teil. Die Luftpiraten hatten gedroht, nach Ablauf eines Ultimatums am Montagmittag (Ortszeit) damit zu beginnen, ihre 154 Geiseln eine nach der anderen zu erschießen. Doch das Ultimatum verstrich, ohne dass etwas geschah.

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi verlautete von offizieller Seite, nunmehr sei die Identität der Luftpiraten bekannt. Es handele sich um vier Pakistaner, einen Nepalesen und einen Afghanen. Das indische Kabinett traf sich mit allen Parlamentsparteien. Die Opposition erklärte sich solidarisch mit der Haltung der Regierung. Diese hat bislang nicht zu erkennen gegeben, dass sie den Forderungen der Luftpiraten nachgeben will. Die Hijacker fordern die Entlassung von Maulana Masood Azhar, dem Führer einer radikalen pan-islamischen Gruppe, und mehrerer kaschmirischer Separatisten aus indischer Haft.

Die indische Sondermaschine hatte insgesamt 52 Menschen an Bord: außer dem siebenköpfigen Verhandlungsteam zwei Ärzte, eine Krankenschwester, Ingenieure und Techniker zur Reparatur des entführten A 300-Airbusses und eine Ersatzmannschaft für das Cockpit. Pakistan hatte den Überflug nach Kandahar genehmigt und gleichzeitig Erstaunen über die vermeintlich langsame Reaktion Indiens in diesem Entführungsdrama geäußert. "Wir sind tief besorgt über die zunehmend gespannte Lage auf dem Flughafen von Kandahar und die Qualen der Passagiere an Bord der entführten Maschine", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad, Tarik Altaf.

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