Update

Entwicklung in Japan : Angst vor atomarer Katastrophe wächst

Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima gerät immer mehr außer Kontrolle. Auch in Tokio wurden inzwischen erhöhte Strahlenwerte gemessen. Japanische Medien geben Hinweise für den Fall einer radioaktiven Verstrahlung. Die Ereignisse des Tages im Live-Ticker.

Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima in einer Luftaufnahme.
Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima in einer Luftaufnahme.Foto: AFP

17:55: Die Zahl der Todesopfer im japanischen Katastrophengebiet steigt immer weiter. Die Behörden rechnen jetzt mit mehr als 10 000 Toten, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen. Die Zeitung „Japan Times“ berichtete, die Behörden hätten offiziell 3373 Tote registriert, rund 6700 Menschen würden vermisst. Damit handele es sich um die schlimmste Katastrophe seit einem Erdbeben aus dem Jahr 1923.

17:20: Japanische Nutzer des Internetdienstes Facebook finden derzeit oben auf ihrer Seite die Bitte der Regierung, nicht alle Läden im Großraum Tokio leerzukaufen. Nach der Erdbebenkatastrophe vom Freitag nutzt die Regierung das populäre soziale Netzwerk zur Bürgerinformation. Es wird gewarnt, dass Hamsterkäufe in Tokio zu Engpässen in den Erdbebengebieten führen könnten. Gleichzeitig versichert die Regierung, es seien genug Lebensmittel vorhanden. „Bitte handeln Sie ruhig und mit Geduld“, heißt es.

16:38: In Reaktor 4 hat sich erneut eine Explosion ereignet, durch die ein Brand ausgelöst wurde. Dieser wurde später mit Hilfe von US-Soldaten gelöscht. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien brach das Feuer in einem Lager für benutzte Brennelemente aus. Der Reaktor 4 war schon vor der Erdbebenkatastrophe vom Freitag für Wartungsarbeiten stillgelegt worden. Betreiber Tepco versucht den Reaktor 4 nun mit kühlendem Wasser per Hubschrauber zu versorgen. Das Wasser solle in ein Becken des Reaktors geschüttet werden, um das nukleare Brennmaterial abzukühlen so der Kraftwerksbetreiber.

16:02: Der für Ostersonntag geplante Motorrad-Grand-Prix im japanischen Motegi ist nach dem verheerenden Erdbeben auf den 2. Oktober verschoben worden. Das teilte der Internationale Motorradsportverband FIM am Dienstag mit. Nach den schrecklichen Ereignissen der vergangenen Tage hatte Carmelo Ezpeleta, Geschäftsführer des Grand-Prix-Ausrichter Dorna Sports, den Verantwortlichen in Japan diese Entscheidung selbst überlassen.

15:59: Angesichts der Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis in Japan fliegt die Lufthansa den Flughafen von Tokio vorerst nicht mehr an. Die Flüge von Frankfurt am Main werden stattdessen nach Nagoya umgeleitet, die Maschinen aus München landen in Osaka, wie ein Sprecher des Konzerns am Dienstag sagte.

15:45: Die G8-Gruppe der führenden Industrienationen und Russlands hat Japan Unterstützung beim Wiederaufbau nach der Atomkatastrophe zugesagt. Frankreich, das derzeit den Vorsitz in der G8 führt, soll Vorschläge ausarbeiten, wie die Folgen für die Weltwirtschaft in Grenzen gehalten werden können. Die G8-Außenminister hoben zugleich die „Würde“ des japanischen Volkes angesichts der Katastrophe hervor.

15:12: Die Atomkatastrophe in Japan hat die Börsen weltweit abstürzen lassen. In Tokio versuchten Anleger in Panik scharenweise ihre Aktien loszuwerden - die Verkäufe lösten die größten Kursverluste seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor zweieinhalb Jahren aus. Zeitweilig verlor der Leitindex mehr als 14 Prozent. In Deutschland stürzte der Aktienmarkt auf den tiefsten Stand seit Oktober 2010, in der Spitze verlor der DAX mehr als fünf Prozent.

14:49: Die Strahlung im Akw Fukushima ist mittlerweile so hoch, dass das Personal die Kontrollräume verlassen muss.

14:46: Die japanische Hauptstadt Tokio ist nach Berichten von Augenzeugen erneut von einem Erdbeben erschüttert worden. Ersten Fernsehberichten zufolge hatte das Beben eine Stärke von 6,2 und erschütterte den Osten des Landes. Die Stärke wurde den Berichten zufolge kurze Zeit später auf 6,0 nach unten korrigiert. Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, nach dem Nachbeben gebe es keine Hinweise auf einen drohenden Tsunami.

14:29: Der japanische Außenminister Takeaki Matsumoto ruft die internationale Gemeinschaft angesichts der Katastrophe in seinem Land zur Besonnenheit auf. "Wir bitten die Länder, ruhig Blut zu bewahren", sagt Matsumoto in Paris. Er versichert, dass seine Regierung alles tue, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. "Wir erstatten der Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) regelmäßig Bericht, und wir informieren die Medien und die Diplomaten vor Ort", betont er. Matsumoto nimmt in Paris am Treffen der G-8-Außenminister teil.

14:27: Österreich verlegt wegen der unsicheren Lage im Atomkraftwerk Fukushima seine Botschaft von Tokio nach Osaka.

Erdbeben, Tsunami, Atomunfall in Japan
Die zerstörten Reaktorgebäude 1 und 2 des AKW Fukushima. Bisher hieß es nur in Reaktorblock eins sei es zu einer Kernschmelze gekommen. Nun bestätigt der Betreiber Tepco, dass die Brennstäbe auch in den Blöcken zwei und drei geschmolzen seien.Weitere Bilder anzeigen
1 von 165Foto: dpa
24.05.2011 07:40Die zerstörten Reaktorgebäude 1 und 2 des AKW Fukushima. Bisher hieß es nur in Reaktorblock eins sei es zu einer Kernschmelze...

14:15: Feuchte Lappen ins Gesicht und häufig Kleidung wechseln: Experten geben in den japanischen Medien Tipps für den Fall einer radioaktiven Verstrahlung. Der Fernsehsender NHK rät seinen Zuschauern in gefährdeten Gebieten, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wer raus müsse, solle seine Haut bedecken und durch einen feuchten Lappen atmen. Fachleute warnen davor, Wasser aus der Leitung zu trinken, da ein hohes Strahlungsrisiko bestehe. Gegen verstrahlte Partikel könne Schutzkleidung helfen, wie etwa wasserdichte Regensachen. Damit ließen sich die Strahlen zwar nicht abwehren, aber so werde zumindest verhindert, dass sich verseuchte Partikel auf der Haut absetzen. Auch häufiges Händewaschen helfe, heißt es bei NHK.

14:05: Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat das Auswärtige Amt eine "Teilreisewarnung" für den Nordosten des Landes erlassen. Es rät außerdem von nicht erforderlichen Reisen nach Japan generell ab.

14:03: In der japanischen Partnerregion des Landes Rheinland-Pfalz, der Präfektur Iwate, wird nach Angaben von Ministerpräsident Kurt Beck derzeit mit 18.500 Toten gerechnet.

13:55: Zur Eventualität einer Evakuierung von Tokio sagt der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), Gerold Reichenbach: "Wenn es jemand schaffen könnten, dann der japanische Katastrophenschutz, der zu den besten weltweit gehört. Aber in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Tokio rauszuholen, ist undenkbar."

13:46: Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD) hat Verständnis für die zurückhaltende Informationspolitik der japanischen Regierung im Zusammenhang mit den Atomunfällen in Fukushima. "Es ist notwendig, vermeidbare Paniken zu vermeiden", sagt Schmidt in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die Regierung ist nicht gezwungen, alles zu sagen, was sie weiß. Sie ist nur dazu gezwungen, dass das, was sie sagt, der Wahrheit entspricht." Sie dürfe nicht lügen. Der Ex-Kanzler wendet sich dagegen, die Katastrophe in Japan für die innerdeutsche Atomkraft-Diskussion zu missbrauchen und verwahrt sich dagegen, als großer Vorkämpfer für die Atomkraft wahrgenommen zu werden.

13:39: Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilt das Unternehmen Tepco nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden. Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern. Für den Nordosten des Landes müsse mit noch längeren
Einschränkungen gerechnet werden. Die Stromsperren wirken sich auch auf das Privatleben vieler Japaner aus. So mussten sich im Raum Tokio Restaurantbesucher mit lauwarmen Speisen begnügen. Supermärkte blieben auch wegen der Stromabschaltungen geschlossen.

13:12: Die Strahlung im Kernkraftwerk in Fukushima ist weiter gestiegen. Die gemessenen Werte sind so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben kann.

12:38: Der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima hat nach Einschätzung aus Frankreich die zweithöchste Stufe in der Internationalen Bewertungsskala (INES). Das Geschehen sei mit Stufe 6 von 7 zu bewerten, teilt der Präsident der Französischen Atomsicherheitsbehörde (ASN), André-Claude Lacoste, in Paris mit. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte die Stufe 7 auf der INES-Skala.

11.45: Die radioaktiven Partikel im Umkreis des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima 1 werden vom Wind auf das Meer hinausgeblasen. Die Wetterbehörde der Vereinten Nationen teilte am Dienstag in Genf mit, die Radioaktivität werde von Japan weggeweht und es gebe weder für Japan noch benachbarte Länder „Auswirkungen“.

10:57: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan ist einem Medienbericht zufolge empört über die Informationspolitik des Atomkraftwerkbetreibers Tepco. "Das Fernsehen hat über eine Explosion berichtet. Aber zwei Stunden lang wurde dem Büro des Ministerpräsidenten nichts mitgeteilt", zitiert die Nachrichtenagentur Kyodo den Regierungschef. "Was zum Teufel ist hier los?", habe Kan hinzugefügt. Die Äußerungen habe ein Reporter von Kyodo bei einem Treffen des Ministerpräsidenten mit Vertretern der Tokyo Electric Power Co (Tepco) mitgehört. Auf welche Explosion sich die Äußerung Kans bezog, war zunächst nicht klar. Seit dem verheerenden Erdbeben ereigneten sich in Japan bislang vier Explosionen im Atomkraftwerk Fukushima 1.

10:31: Vier Tage nach der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe haben die Rettungskräfte zwei Überlebende gefunden. Wie der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NHK berichtet, wurde in der Stadt Otsuchi eine 70 Jahre alte Frau lebend aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. In der Stadt Ishimaki in der besonders betroffenen Präfektur Miyagi an der Nordostküste Japans wurde zudem ein Mann aus den Trümmern gerettet.

10:20: Die Außenwand von Reaktor Vier des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima I ist nach einem Brand und einer Explosion stark beschädigt. Die Atomaufsicht des Landes teilt mit, in der Wand klafften zwei Löcher mit einer Größe von jeweils acht Quadratmetern.

10:08: Ein israelischer Atomexperte wirft Japan vor, die große Gefahr einer nuklearen Katastrophe zu verschleiern. "Die Japaner verheimlichen Tatsachen über das Atomunglück und den vermutlich sehr großen Schaden", sagt der Chemieprofessor und ehemalige Abgeordnete Uzi Even der israelischen Zeitung "Maariv". Even hat in der Vergangenheit im israelischen Atomreaktor in Dimona gearbeitet. "Wenn es ein Fallout von Plutoniumoxid gibt - eine hochgiftige Substanz, die in dem explodierten Reaktor verwendet wird - dann wird für Tausende von Jahren niemand mehr die Stätte betreten können", sagt der 70-Jährige. "Die Japaner sagen aus Scham nicht die Wahrheit, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann ihnen alles ins Gesicht explodiert."

10:06: Die radioaktive Belastung in der Nähe von Tokio stieg nach Angaben der Präfektur von Chiba auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung, wie die Agentur Kyodo berichtet.

10:01: Nach Angaben des japanischen Akw-Betreibers Tepco waren bis Dienstag noch 50 Mitarbeiter vor Ort in Fukushima. 750 Mitarbeiter seien abgezogen worden.

9:36: Die Kühlung in Reaktor 4 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins droht auszufallen. Die Brennstäbe könnten das Kühlwasser zum Kochen bringen und verdampfen lassen, teilt die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber Tepco mit. Der Reaktor 4, der in den vergangenen Stunden zwischenzeitlich Feuer gefangen hatte, war vor dem heftigen Erdbeben am Freitag für Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden.

9:28: Nach dem Anstieg der Radioaktivität am japanischen Kernkraftwerk Fukushima 1 in Folge mehrerer Explosionen sind die Werte nach Regierungsangaben wieder gesunken. Das sagt Regierungssprecher Edano. Nach zwei Explosionen an Reaktoren und einem Feuer war zuvor eine starke Erhöhung der Strahlung gemessen worden.

9:22: In drei Präfekturen um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima haben die Vorbereitungen auf die Evakuierung begonnen. Die Regierung der Präfektur Yamagata stelle eine Liste mit Schutzräumen für die Flüchtenden zusammen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. "Wir arbeiten daran festzustellen, wie viele Menschen wir aufnehmen und welche Einrichtungen wir als Unterschlupf nutzen können", sagt eine Sprecher der Präfektur Tochigi.

8:58: Die Kühlung in den Reaktoren 1 und 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 ist nach Angaben der japanischen Regierung stabil. Ob auch Kühlwasser in Reaktor 2 eingeleitet werden könne, bleibe abzuwarten, sagt Regierungssprecher Yukio Edano nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Im Reaktor 2 war es am Morgen (Ortszeit) zu einer neuen Explosion gekommen, wobei laut Regierung erstmals eine innere Reaktorhülle beschädigt wurde.

8:55: Weitere Schäden im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1: Auch die Kühlung der Reaktoren 5 funktioniere offenbar nicht mehr einwandfrei, sagt Regierungssprecher Edano.

8:46: Im Reaktorblock 4 des Unglückskraftwerks Fukushima Eins brennt oder brannte nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ein Becken mit gebrauchtem Brennstoff. Radioaktivität entweiche von dort direkt in die Atmosphäre, teilen japanische Behörden der UN-Behörde mit. Nach Informationen aus Japan ist der Brand inzwischen gelöscht. Die IAEA bestätigt das bisher nicht. Die Organisation hatte bisher mit Stunden Verspätung auf die Entwicklungen in Japan reagiert. Bei Fukushima seien Radioaktivitätswerte von bis zu 400 Millisievert pro Stunde gemessen worden, meldet die Agentur Kyodo.

8:18: Die japanische Notenbank hat ihre Stützungsmaßnahmen für das Finanzsystem zur Eindämmung der Folgen der Erdbeben-Katastrophe am Dienstag fortgesetzt. Angesichts des hohen Bedarfs an Liquidität der heimischen Banken seien erneut Milliarden in das Bankensystem gepumpt worden, nachdem die Währungshüter am Vortag bereits eine Rekordsumme bereitgestellt hatten. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo nennt als Sofortmaßnahme der Notenbank am Dienstag eine Zahl von acht Billionen Yen (rund 70 Milliarden Euro). Am Vortag hatte die Summe bei 15 Billionen Yen gelegen. Damit hatten die Währungshüter so viel kurzfristige Mittel wie noch nie an einem Tag zur Verfügung gestellt.

8:14: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan kritisiert den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima scharf. "Das Fernsehen berichtet von einer Explosion. Aber dem Büro des Premiers wird eine Stunde lang nichts gesagt", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung und die Öffentlichkeit seien unzufrieden mit der Informationspolitik. Kan verlangt von der Betreibergesellschaft Tepco, ihre Mitarbeiter nicht aus der Anlage abzuziehen. Er sei sich hundertprozentig sicher, dass das Unternehmen dann zusammenbreche. In den Reaktoren des Atomkraftwerks hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Explosionen gegeben. Die Zahl der Mitarbeiter wurde von 800 auf 50 reduziert.

6:13: Nach einer weiteren Explosion wird der Luftraum über dem Krisen-Atomkraftwerk Fukushima gesperrt. Für einen 30-Kilometer-Radius über den Reaktoren gelte eine Flugverbotszone, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Regierung.

5:32: Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks (THW) beendet seinen Einsatz in Japan. Rund 100 Stunden nach dem Erdbeben und dem Tsunami gebe es praktisch keine Chancen mehr, dass es in den Katastrophengebieten noch Überlebende gibt, sagt Teamleiter Ulf Langemeier im Einsatzlager in Tome.

4:58: Die Börse in Tokio hat am zweiten Handelstag nach der Naturkatastrophe in Japan dramatische Kursverluste erlitten. Das Minus des Nikkei-Index für 225 führende Werte lag nach Handelsmitte bereits im zweistelligen Bereich. Mit Stand um kurz vor 13 Uhr hatte der asiatische Leitindex schon mehr als 1250 Zähler verloren und notierte bei 8369 Punkten. Das entsprach etwa minus 13 Prozent.

4:49: Eine geringe Menge radioaktiver Substanzen sei in Tokio gemessen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Im Großraum Tokio leben mehr als 35 Millionen Menschen. Das Atomkraftwerk Fukushima liegt etwa 250 nordöstlich der japanischen Hauptstadt.

4:23: Feuer in Reaktor 4 gelöscht.

3:32: Mit zunehmender Entfernung vom Atomkraftwerk werde die Strahlung geringer, sagt Regierungssprecher Edano. "Wir können unser Alltagsleben weiterführen", erklärt er.

3:29: Die Strahlung rund um die beschädigten Reaktoren in Fukushima hat nach Angaben der Regierung gefährliche Werte erreicht. "Wir reden jetzt über eine Strahlendosis, die die menschliche Gesundheit gefährden kann", sagt Regierungssprecher Yukio Edano bei einer Pressekonferenz. Anwohner, die sich trotz Evakuierungsanordnung noch in dem Sicherheitsradius befinden, sollten Türen und Fenster geschlossen halten und beispielsweise keine Wäsche nutzen, die draußen hängt.

3:24: Die japanische Regierung fordert nach der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima die Bevölkerung auf, in einem Umkreis von 30 Kilometern in geschlossenen Räumen zu bleiben. Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die meisten Menschen in einem Radius von 20 Kilometer um das Atomkraftwerk hätten das Gebiet bereits verlassen.

3:18: Regierungssprecher Yukio Edano sagt, in den Reaktorblöcken 1 bis 3 werde das Einpumpen von Wasser planmäßig fortgesetzt. Es gelte jetzt, diese Kühlung aufrechtzuerhalten. Nach der Explosion im Reaktor 2 sei eine begrenzte Menge Radioaktivität ausgetreten.

3:11: Im Reaktor 4 im Atomkraftwerk Fukushima Eins ist es zu einem Brand gekommen. Das teilt Regierungssprecher Edano mit.

3:10: Ministerpräsident Naoto Kan ruft die Bevölkerung in den Evakuierungszonen um die beiden Atomkraftwerke von Fukushima eindringlich auf, diese Gebiete zu verlassen. Die meisten Bewohner hätten diese Aufforderung bereits befolgt. Jetzt würden alle aufgefordert, die Zonen zu verlassen. Geräumt werden sollen ein Umkreis von 20 Kilometern um Fukushima Eins und 10 Kilometer um Fukushima Zwei.

1:51: Bei der Explosion im Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima wurde nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo auch der Reaktorbehälter beschädigt. Es werde befürchtet, dass Radioaktivität austrete, meldet die Agentur.

1:42: Ein Tepco-Sprecher teilt nach Berichten des Rundfunksenders NHK mit, das Unternehmen habe die Regierung von der Notsituation unterrichtet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Kernschmelze komme.

1:14: Das dringend benötigte Kühlwasser an den Brennstäben im Reaktor 2 ist wieder gestiegen. 1,20 Meter und damit ein gutes Viertel der vier Meter langen Brennstäbe sind nun wieder mit Wasser bedeckt. Die Stäbe waren zuvor mehr als zwei Stunden ohne kühlende Flüssigkeit gewesen. Ohne Kühlung droht die Kernschmelze.

0:59: Nach der Explosion ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo bei Ibaraki südlich von Fukushima erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden. Die Gegend liegt nördlich von Tokio.

0:49: Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tepco teilt mit, nach dem Explosionsgeräusch um 6.15 Uhr Ortszeit (22.15 Uhr MEZ) habe man einen Druckabfall im Reaktorbehälter festgestellt. Dies deute darauf hin, dass die innere Druckkammer des Reaktors beschädigt worden sei.

0:45: Am Reaktor 2 des Atomkraftwerkes in Fukushima beginnt eine Teilevakuierung. Einige Arbeiter sind bereits in Sicherheit gebracht worden. Wie viele Menschen noch in der Gefahrenzone sind, ist noch unklar.

0:31: Zum Zeitpunkt der Explosion herrschte nach Angaben von Meteorologen Nordwind. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen nach Süden in Richtung Tokio gelangen könnten. Die japanische Hauptstadt liegt 260 Kilometer südwestlich von Fukushima Eins.

0:27: Es ist unklar, ob Dampf oder flüssiges Wasser ausgetreten ist. Im Unterschied zu den ersten beiden Explosionen am Samstag und Montag soll diesmal nicht nur das äußere Reaktorgebäude, sondern auch der innere Druckbehälter beschädigt worden sein.

0:24: Im Atomkraftwerk Fukushima hat es erneut eine Explosion gegeben. Dabei wurde möglicherweise der innere Druckbehälter beschädigt. In der Umgebung wurde erhöhte Radioaktivität gemessen. Der Grenzwert wurde überschritten. (dpa/rtr/AFP/dapd)

120 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben