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Epidemie : Cholera in Haiti erreicht die Hauptstadt

Die Cholera in Haiti fordert nach Angaben der Regierung immer neue Opfer. Die Epidemie hat nun auch die leidgeplagte Hauptstadt Port-au-Prince erreicht.

In Port-au-Prince starb nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Dienstag der erste Cholera-Patient. In der Stadt Gonaîves im Norden erlagen der Krankheit nach Angaben des dortigen Bürgermeisters schon 31 Menschen. Ihre Leichen seien am Dienstag verbrannt worden, sagte er am Mittwoch dem Sender Radio Metropole.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte mit, ihre Teams behandelten in der Hauptstadt bereits mehr als 200 Patienten mit Cholera-Verdacht. Die Betroffenen leiden unter schwerem Durchfall. In anderen Teilen des karibischen Inselstaats starben nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef bereits 583 Menschen, unter ihnen viele Kinder.

Die Bestätigung für den Cholera-Erreger im Labor stehe zwar noch aus, erklärten die Ärzte ohne Grenzen (MSF). Gleichwohl gebe die Situation für die betroffenen Familien schon jetzt Anlass zu großer Sorge. Die Hilfsorganisation machte darauf aufmerksam, dass die Bewohner der betroffenen Stadtteile nur einen eingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Der Leiter des Haiti-Einsatzes der Organisation, Stefano Zannini, sprach von einer alarmierenden Lage.

Die Hauptstadt Port-au-Prince wurde im Januar von einem Erdbeben in Trümmer gelegt. Seitdem harrt ein großer Teil der Bevölkerung in Notunterkünften aus. Für mehrere hunderttausend Kinder, die dort und in den Armenvierteln lebten, werde jetzt die Cholera-Gefahr immer größer, warnte Unicef am Mittwoch. (dpa)

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