Welt : Er starb auf der Höhe

Der Abenteurer Steve Fossett ist tot – ein Wanderer fand Überreste in 3000 Metern in Kalifornien

Rita Neubauer[San Francisco]

Preston Morrow wunderte sich schon etwas über den merkwürdigen Fund. Auf einer Wanderung in einer abgeschiedenen Region im Osten von Kalifornien war der 43-Jährige über einen Pilotenausweis, zwei weitere Dokumente mit Steve Fossetts Namen sowie zehn verdreckte Hundertdollarscheine gestolpert. „Es war schon merkwürdig, so viel Geld in dieser entlegenen Gegend zu finden, und zudem die Ausweise“, wunderte sich Morrow. „Ich dachte zuerst, dass es einem Wanderer oder Rucksacktouristen gehört und vielleicht ein Bär sich die Sachen geschnappt hat auf der Suche nach Futter.“

Erst zu Hause schaute er sich die Papiere genauer an und wurde sich über den spektakulären Fund klar, der endlich Licht in das mysteriöse Verschwinden des Multimillionärs und Abenteurers Steve Fossett bringt.

Eine Suchmannschaft machte sich noch am Mittwoch zu Fuß in die 3000 Meter hohe Bergregion nahe dem Yosemite National Park auf, nachdem beim Überfliegen Wrackteile entdeckt worden waren. Wie die Polizei bestätigte, handelt es sich um Teile von Fossetts einmotoriger Bellanca. Außerdem wurden Reste seiner Leiche gefunden. Fossett war am 3. September 2007 zu einem kurzen Flug von der Ranch seines Freundes und Hotelmagnaten Barron Hilton in Nevada aufgebrochen. Ohne GPS, ohne Wasser und ohne einen Flugplan zu hinterlassen. Er wollte eine Piste für seinen nächsten Geschwindigkeitsrekord ausfindig machen. Dass Fossett, ein Abenteurer, der 115 Flug- und Segelrekorde brach, der als Erster in einem Alleinflug ohne aufzutanken den Globus umrundete, der den Ärmelkanal durchschwamm und den Kilimandscharo erklomm, dass dieser Mann sich einfach so in die azurblaue Luft über Nevada auflösen könnte, das sorgte für weltweites Erstaunen.

Und eine Menge Spekulationen. Eine britische Zeitung argwöhnte gar, dass der ehemalige Unternehmer sein Verschwinden nur inszeniert habe. Noch am gleichen Tag seines Verschwindens startete der Bundesstaat eine der größten Suchaktionen in der US-Geschichte. Zivilflugzeuge, die örtliche Polizei und Militär überflogen und durchforsteten eine Region von 38.000 Quadratkilometern. 1,6 Millionen kostete der Einsatz. Selbst die kalifornischen Gipfel an der Grenze zu Nevada wurden abgesucht. Fossetts Frau Peggy gab eine weitere Million für eine private Suchaktion aus. Doch alles blieb ohne den geringsten Hinweis über das Schicksal des Rekordjägers. Bis Preston Marrow die Fundstücke bei der Polizei ablieferte.

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