Erbschaftsstreit : Vom Wahrsager zum Milliardär

Die reichste Frau Asiens soll ihrem Wahrsager 3,1 Milliarden Euro vererbt haben. Doch Familienangehörige und Bekannte haben nun Klage erhoben. Denn: Es gibt zwei Testamente gestritten wird.

Hongkong - Die Hongkonger Milliardärin Nina Wang war Anfang April verstorben. Doch jetzt veröffentlichten die Zeitungen "Apple Daily" und "Next Magazine" Auszüge aus zwei verschiedenen Testamenten, die die extravagante Frau in den Jahren 2002 und 2006 aufgesetzt habe. Das spätere Testament begüngstigt den Hellseher Chan Chun Chuen. Die 69-Jährige hinterließ ein Vermögen von umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro. Wang hatte keine Kinder, allerdings erheben Bekannte und entfernte Angehörige Ansprüche auf das Erbe.

Im Testament von 2002 vermachte Nina Wang ihr Vermögen einer Wohltätigkeitsorganisation, die sie selbst gegründet hatte. Vier Jahre später jedoch setzte sie den Zeitungsberichten zufolge den Wahrsager als Alleinerben ein. Gegen diese Verfügung wollen die Angehörigen und Bekannten nun Klage erheben.

Wang hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann Teddy das milliardenschwere Firmenimperium Chinachem aufgebaut, dem hunderte Immobilien und 400 Unternehmen weltweit gehören. Der Ehemann war dann 1990 entführt und neun Jahre später für tot erklärt worden. Seine Frau setzte in einem langwierigen Verfahren ihre Besitzansprüche durch. Ihr 96-jähriger Schwiegervater behauptete, sie habe das Testament ihres Mannes gefälscht.

In der Hongkonger Presse war die Milliardärin vor allem für ihre Sparsamkeit berühmt. Im Club der asiatischen Reichen fiel sie durch ihre schrille Billigkleidung und oft schrägen Haarschnitte aus dem Rahmen. In einem Interview gestand die Unternehmerin einmal, sie gebe im Monat nicht mehr als 3000 Hongkong-Dollar (288 Euro) aus. Für Theateraufführungen versuchten sie und ihr Mann stets reduzierte Tickets zu ergattern. (AFP)

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