• Erdbeben auf Sumatra: Schweres Beben auf der westindonesischen Insel fordert 58 Tote

Welt : Erdbeben auf Sumatra: Schweres Beben auf der westindonesischen Insel fordert 58 Tote

Bei einem verheerenden Erdbeben auf der westindonesischen Insel Sumatra sind Dutzende von Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt. Durch das Beben in der Nacht zum Montag wurden nach Angaben der Behörden mehrere Ortschaften im Südwesten der Insel zerstört. Bis zum Abend wurden 58 Tote und 461 Verletzte gezählt. Die Bergungsmannschaften suchten weiter unter den Trümmern nach Überlebenden. Tausende Menschen waren obdachlos. Experten zeigten sich von der Stärke des Bebens überrascht, das in seinem vor der Küste gelegenen Epizentrum 7,9 auf der Richterskala erreichte.

Die Zahl der Toten steigt

Am schwersten betroffen war die Provinz Bengkulu ganze Ortschaften im Südwesten der Tropen-Insel, berichtete der stellvertretende Provinzgouverneur Iskandar Armis der dpa. Die Zahl der Toten werde vermutlich weiter steigen, da es zu entlegenen Gebieten noch keine Verbindung gebe. Vielerorts wurden die Strom- und Telefonnetze lahm gelegt. In den Krankenhäusern wurden die Betten knapp. Viele Verletzte mussten im Freien behandelt werden. Der erste Erdstoß wurde um 23.28 Uhr registriert. Elf Minuten später kam es zu einem Nachbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala. Selbst in Singapur flohen Hunderte von Bewohnern noch aus ihren Wohnungen, so stark war dort das Erdbeben zu spüren. Aus Singapur wurden jedoch keine Schäden gemeldet. Auch in der 500 Kilometer entfernten indonesischen Hauptstadt Jakarta wurde das Beben registriert.

Das Epizentrum lag rund 110 Kilometer vor der Küste von Sumatra entfernt. Es war das schwerste Erdbeben in der Region seit Jahrzehnten. 1994 starben bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 in Süd- Sumatra mindestens 120 Menschen. Damals hatte die Erdstöße eine Riesenwelle (Tsunami) ausgelöst, die diesmal offenbar ausblieb.

Das Erdbeben vor Sumatra ist nach Expertenansicht außergewöhnlich stark. Selbst für diese Region sei das Beben, das in der Nacht zum Montag eine Stärke von 7,9 auf der Richterskala erreichte, besonders heftig gewesen, erläutert Prof. Rainer Kind vom Geoforschungszentrum Potsdam in einem dpa-Gespräch am Montag. Das Gebiet liege im Spannungsfeld von zwei Erdplatten: "Vor Sumatra schiebt sich die indisch-australische Platte unter die indonesische", sagte Kind. "Das ist ein typisches Gebiet für Erdbeben."

Erdspannung

Die indisch-australische Platte bewegt sich Kind zufolge etwa sieben Zentimeter pro Jahr in nordöstliche Richtung und taucht im Erdmantel ab. Genau vor Sumatra liege das Gebiet, in dem sich der Meeresboden unter das indonesische Archipel schiebe. "Wegen ihrer Starrheit verhaken sich die Platten zunächst bis die Spannung so groß ist, dass es zum Bruch kommt."

"Je nach Größe der Fläche, die bricht, kommt es zu schwächeren oder stärkeren Erdbeben", erläutert Kind, der den Projektbereich Globale Seismologie am Geoforschungszentrum leitet. "Weder Zeitpunkt noch die Stärke des Bebens lassen sich exakt vorhersagen."

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