Erdbeben in China : Elfjährige nach 68 Stunden gerettet

Es ist eine der wenigen guten Nachrichten an einem ansonsten grauen, traurigen Tag: Nach 68 Stunden unter den Trümmern einer vom Erdbeben zerstörten Schule im südwestchinesischen Dorf Yingxiu haben Rettungskräfte ein elfjähriges Mädchen lebend geborgen.

Peter Harmsen[AFP]
Elfjaehrige
Helfer geben dem geretteten elfjährigen Mädchen aus Yingxiu Wasser. -Foto: AFP

YingxiuSchwache Hilferufe hatten Retter an die Stelle geführt, in der die elfjährige Zhang Chunmei unter den Schuttbergen 68 Stunden begraben war. Kaum einer der Helfer hatte noch daran geglaubt, eines der verschütteten Kinder lebend vorzufinden. Es war schon eine Sensation, dass 50 Stunden nach dem schweren Erdbeben in China ein anderes Mädchen aus den Trümmern einer ebenfalls zerstörten Schule in Dujiangyan gerettet werden konnte.

 "Wunderbar, sie lebt", rief einer der Umstehenden, während die Retter die halb bewusstlose Elfjährige auf einer Trage aus dem Trümmerberg der Grundschule in Yingxiu brachten. Rund ein Dutzend Krankenschwestern kümmerten sich um die Kleine in ihrem Ringel-T-Shirt. Mühsam flößten sie ihr etwas Wasser ein, rieben den mageren Körper mit Desinfektionsmittel ab, kontrollierten ihren Puls und brachten sie dann zur weiteren ärztlichen Versorgung weg.

Leise Hilferufe wurden gehört

Der 10.000 Einwohner zählende Ort wurde während des Bebens fast vollständig zerstört. Auch von der Schule blieb nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Von den 500 Schülern konnten sich nur etwa 150 während und nach dem Beben retten. Dass von den Verschütteten noch jemand lebt, glaubt inzwischen fast niemand mehr. Am Donnerstag lagen vor dem Schulgebäude aufgereiht 16 kleine Leichen - und unter den Trümmern herrschte wieder tödliche Stille. Nur die Eltern hofften weiter: Sie verfolgten auch am Donnerstag jede Bewegung der Bergungsteams.

Wie in Yingxiu waren es auch in Dujiangyan leise Hilferufe, die die Retter zu Zhangs Schicksalgenossin He Cuiqing geführt hatten. Noch während sie die schwere Betonplatte über dem Mädchen beiseite schoben, wurde es von einer Krankenschwester versorgt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. 270 Schulkameraden von He Cuiqing starben bei dem starken Erdbeben am Montag, nur 86 wurden aus den Trümmern gerettet.

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