Welt : Erdbeben lässt Rom erzittern

Bewohner und Urlauber geraten in Panik

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Wackelnde Vitrinen in den Museen, schwankende Bücherregale, verrutschende Tische und Stühle, zitternde Fußböden – ein kräftiges Erdbeben der Stärke 4,5 auf der Richterskala hat am Montag die Bewohner und die Urlauber in Rom in Angst versetzt. Menschen rannten auf die Straßen. Die Erdstöße seien auch im historischen Zentrum der Ewigen Stadt deutlich zu spüren gewesen. Unter den zahlreichen Touristen an den wichtigsten Monumenten, wie dem Kolosseum und dem TreviBrunnen, sei es kurzzeitig zu Panik gekommen, hieß es. Die wenigen Badegäste an den Stränden, die dort dem schlechten Wetter standgehalten hatten, flüchteten aus Angst vor einer Flutwelle ins Landesinnere. Diese Angst war unbegründet, zu keiner Zeit bestand eine Tsunami-Gefahr. Ein Mann soll ums Leben gekommen sein, als er auf einer Leiter das Gleichgewicht verlor und stürzte. Größere Schäden an Bauwerken wurden nicht bekannt.

Zu wesentlich schwächeren Erdstößen kommt es in der Umgebung von Rom immer wieder. Bei Italiens zentraler Beobachtungsstelle, dem Institut für Geophysik und Vulkanologie, hält man aber auch das Beben vom Montag – trotz der großen öffentlichen Aufregung – für „ziemlich klein“.

Das Epizentrum lag in 30 Kilometer Tiefe unter dem Meer, etwa 50 Kilometer südlich der italienischen Hauptstadt, fünf Kilometer vor der beliebten Badeküste bei Anzio.

Als wesentlich unruhiger und anfälliger für Beben gilt, weiter südlich, das Thyrrenische Becken zwischen Neapel und Palermo, das am Land vom „Feuerkreis“ der Vulkane Vesuv, Ätna und Stromboli gesäumt wird. Dort, unter Wasser, stehen auch die riesigen Vulkane Marsili und Vavilov, die zum Teil aktiv sind, zum anderen Teil wegen der Instabilität ihrer bis zu 3000 Meter hohen „Gebäude“ die Forscher beunruhigen: Der Zusammenbruch schon einer Vulkanflanke könnte, so die Befürchtung, einen Tsunami im Mittelmeer auslösen.

Erst im Juni hatten Forscher zufällig einen kleineren, nicht aktiven Vulkan im Golf von Salerno entdeckt.

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